Pogoplug v2 (Classic) – erste Schritte mit dem Steckdosenrechner


  Vor wenigen Tagen wurde der Pogoplug Classic für günstiges Geld verkauft. Anfangs waren die Typenbezeichnungen recht widersprüchlich und schwankten zwischen v2, v3, Classic, Pro und anderen Modellen. Egal welches Modell, für den Preis konnte man sich einfach mal einen bestellen und schauen, was der so kann. Und eine (mehr oder weniger sinnvolle) Verwendung lässt sich hierfür sicherlich auch finden.
Da mir nun meiner geliefert wurde kann ich etwas mehr hierzu sagen: Es ist der v2, der mir als Pogoplug Classic, Modellbezeichnung POGO-P24 (POGO-E02) geliefert wurde. Somit ist es recht einfach, ein Linux auf den Pogoplug zu bekommen, da dieses Modell z.B. von ArchLinux gut unterstützt wird und es einfache Skripte gibt, die aus dem Pogoplug Clouddevice einen vollwertigen Linux Rechner machen.
Allerdings muss man sich auch erstmal an diesen Namen gewöhnen. Vielleicht ist die Verwechslungsfähigkeit ein Grund, wieso diese Geräte keinen durchschlagenden Erfolg haben (bzw. hatten). Oder es war die hässliche, pinke Farbe, die der Pogoplug in der ersten Generation hatte ;-)



      Was ist der Pogoplug eigentlich?

  Der Pogoplug ist ein kleiner MiniPC, der mit integriertem Netzteil eine Größe (ohne Halterung) von rund 14x14x6cm aufweist. Der kleine Mini-Rechner stellt vier USB Ports (einer davon auf der Front), einen GigaBit Ethernet Port sowie einen Stromanschluss bereit. Ein externes Netzteil ist nicht erforderlich, dieses ist in dem Gehäuse mit eingebaut. Ebenfalls gibt es keinen Monitoranschluss. Alles findet “blind” statt.
Ansonsten hat er noch eine eigenwillige Halterung, die ihn hochkant aufstellt. Die Verarbeitung zeugt auch eher von viel Plaste und wenig anderen Materialien. Wirklich schick ist er nicht, erfüllt aber vollkommen seinen Zweck. Einen großen Mangel kann man (vor allem zu dem Preis) nicht erkennen.


      Welchen Zweck erfüllt der Pogoplug ohne “Eingriff”?

  Vom Hersteller angedacht stellt der Pogoplug einen cloudbasierten lokalen Speicher zur Verfügung. Der Pogoplug stellt ohne großen Konfigurationsaufwand eine Verbindung zu dem Online-Cloudspeicher von Pogoplug.com her. Nun kann über den Pogoplug Datenaustausch stattfinden. Einfach und recht bequem. Der Nutzer soll mit so wenig Konfigurationsaufwand wie möglich belästigt werden. Und das funktioniert auch.
Eigentlich muss man sich nur einen Account anlegen. Danach geht man auf www.pogoplug.com/activate und wird in wenigen Schritten durch die Aktivierung des Pogoplug geführt. Auf magische Weise wird ein Pogoplug gesucht und mit dem Account verbunden (die werten die externe IP von dem eingeloggten Benutzer und dem “nach Hause telefonierenden” Pogoplug aus). Kann keiner gefunden werden, so muss die auf der Unterseite und auf dem Karton stehende Seriennummer eingegeben werden. Fertig.
Nun kann man Online, über Android App, iOS App und Windows-Software auf Daten auf an den Pogoplug angeschlossenen Datenträgern zugreifen. Über die Apps können automatisch Daten vom Smartphone auf den Cloudspeicher hochgeladen werden, man kann einen Drucker an den Pogoplug anschließen und über eine an Pogoplug geschickte eMail auf diesen Drucker ausdrucken lassen. Daten kann man als Dateianhang per eMail an den Clouddienst schicken, der speichert diesen ab. Medien wie Filme und Bilder können gespeichert und wiedergegeben (gestreamt) werden usw. usf. Alles wirklich einfach. Und irgendwie funktioniert es wie der Hersteller verspricht.
Aber wozu sollte man das machen wollen, wenn man doch noch andere Sachen mit dem Pogoplug machen kann ;-)


      Wofür kann der Pogoplug genutzt werden?

  Wie jeder Linux Rechner kann auch der Pogoplug seinen Zweck als “Server” verrichten. Natürlich sollte man sich im Klaren sein, dass man keine High-End-Performance erwarten darf. Aber für ein wenig HTTP, Fileserving, VPN Gateway, Webmailclient, OwnCloud, Asterisk, USB-to-Ethernet-Adapter, USB Printserver oder andere Dienste reicht der allemal aus. Recht einfach und schnell kann man das auf dem Gerät befindliche System “aufmachen” und sich eine Linux Distribution installieren, die für Arm Architektur gedacht ist.
Und für die paar Euro ist das sicherlich eine gute Gelegenheit, ein wenig rumzubasteln und sich einen brauchbaren Einsatzzweck zu suchen ;-)


      Inbetriebnahme Pogoplug & SSH Freischaltung

  Etwas eigenwillig ist die Erstinbetriebnahme des Pogoplug schon. Der Pogoplug wird automatisch erkannt (sofern man mit der gleichen öffentlichen IP auf http://pogoplug.com/activate ist) und dem Account unter Account Settigs -> General Settings -> Your pogoplug cloud hinzugefügt. Die Version 3.3.0 (aus Oktober 2012) ist die derzeit aktuellste Version.

pogoplug_geraet_finden

Damit man nun “mehr” mit dem Pogoplug machen kann muss auf diesem SSH aktiviert werden. Diese Einstellung findet man unter Security. Vergibt man hier ein Passwort ist kurz darauf der SSHd auf dem heimischen Pogoplug aktiviert. Leider muss man hierzu nun erstmal seinen DHCP Server nach der IP Adresse befragen, da diese sonst nirgends in der Onlineübersicht aufgeführt wird. Danach kann man sich mit dem soeben vergebenen Passwort per SSH auf diesen einloggen. Der Benutzername ist root.
SSH f. den Pogoplug aktivieren

Eigentlich ist diese Einrichtung schon richtig gut durchdacht. Der Nutzer muss sich wenig Gedanken machen und der Pogoplug findet sich direkt in seinem Account wieder. Ganz klasse wäre es natürlich noch, wenn man auch offline auf eine WebGUI oder ähnliches auf dem Gerät zugreifen könnte. Ds ist so erstmal nicht vorgesehen, alles soll in der Cloud passieren.

Nach dem erfolgreichen SSH login kann man sich endlich mal ansehen, was die Kiste alles so kann und in sich hat…


      Erstes Umsehen auf dem Pogoplug

  Login auf den Pogoplug per SSH mit dem angegebenen Passwort und man hat Zugriff auf die Shell. Zuerst einmal ein kleiner “Rundblick”, was die Kiste so hat und kann. Danach kann man immer noch sehen ;-)

Kernel Version

-bash-3.2# uname -a
Linux Pogoplug 2.6.22.18 #81 Tue Oct 19 16:05:00 PDT 2010 armv5tejl unknown

CPU Infos

-bash-3.2# cat /proc/cpuinfo
Processor : ARM926EJ-S rev 1 (v5l)
BogoMIPS : 1192.75
Features : swp half thumb fastmult edsp
CPU implementer : 0x56
CPU architecture: 5TE
CPU variant : 0x2
CPU part : 0x131
CPU revision : 1
Cache type : write-back
Cache clean : cp15 c7 ops
Cache lockdown : format C
Cache format : Harvard
I size : 16384
I assoc : 4
I line length : 32
I sets : 128
D size : 16384
D assoc : 4
D line length : 32
D sets : 128

Hardware : Feroceon-KW
Revision : 0000
Serial : 0000000000000000

Speicher

-bash-3.2# free
      total     used     free     shared   buffers
Mem:    256008    21972    234036     0     0
Swap:       0       0       0
Total:    256008    21972    234036

Interrupts

-bash-3.2# cat /proc/interrupts
CPU0
1:    66185    – kw_tick
11:     762     – mv_ethernet
19:       33    – ehci_hcd:usb1
22:        0     – cesa
33:       71    – serial
Err:          0

Was ist gemountet?

-bash-3.2# mount
rootfs on / type rootfs (rw)
/dev/root on / type jffs2 (ro)
none on /proc type proc (rw)
none on /sys type sysfs (rw)
none on /dev/pts type devpts (rw)
none on /tmp type tmpfs (rw)
none on /proc/bus/usb type usbfs (rw)

Wieviel Speicher im Dateisystem hat die Kiste (noch) frei?

-bash-3.2# df -h
Filesystem Size Used Available Use% Mounted on
/dev/mtdblock2 32.0M 14.9M 17.1M 47% /
none 125.0M 12.0k 125.0M 0% /tmp

Und alle anderen Infos, die einem von Interesse sein könnten:

-bash-3.2# dmesg

Die Pfadangaben sind nicht immer ausreichend, da /sbin/ nicht mit im $PATH ist. Also unter Umständen einfach mal /sbin/ ansehen, was da noch so schlummert.


Damit hat man nun schon mal ein kleines Ziel erreicht. Denn nun kann man loslegen und sich überlegen, ob man die Original Pogoplug-Software runter und ein anderes OS installieren möchte. Da man ja mit einem normalen Linux deutlich mehr Vorteile auf der Kiste hat und flexibler ist könnte man nun anfangen, eine Linux Distribution f. Arm (z.B. ArchLinux) zu installieren…
Ich bin jedenfalls von dem Gerät ersteinmal angetan. Performancemäßig erwarte ich ersteinmal nix. Daher kann ich auch nur positiv überrascht werden ;-)


      Ist der Pogoplug eine Alternative zum RaspberryPI?

  Dazu kann man sicherlich nur sagen: Ein deutliches JEIN.
Wie immer kommt es drauf an, was man machen will. Als Mediacenter kann der Pogoplub natürlich nicht genommen werden, da ihm ein Video- und Audioausgang fehlen. Als Storage, Webserver, NAS, Bastelkiste usw. ist er allerdings eine klasse Geschichte. Immerhin hat man GigaBit und (angeblich) soll die Performance beim Datentransfer gar nicht so dramatisch sein und für den Heimgebrauch ausreichend sein. Immerhin ;-)


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Eine Antwort auf Pogoplug v2 (Classic) – erste Schritte mit dem Steckdosenrechner

  1. Michael Traut sagt:

    Hallo und vielen Dank für deinen Artikel. Hat mir zur ersten und schnellen Orientierung auf meinem neuen (gebraucht) gekauften Pogoplug sehr geholfen.
    Danke Schön :-)
    Alles Gute und viele Grüße
    Michael Traut

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