Mikrofilm ist sicher…

… oder wie man sich in der Weihnachtszeit möglichst lächerlich macht.
Datenskandal hin oder her. Ein Stollen soll Schuld daran sein, dass ein Paket einer Bank aus Berlin beim Transport zu einem externen Dienstleister nicht den richtigen Weg zum Dienstleister genommen hat sondern fälschlicherweise bei einer Zeitung gelandet ist.
Wir überlegen:
– Die Bank geht den „hochsicheren“ Weg, Kreditkartendaten auf dem Medium Mikrofilm zu speichern. Soweit kann man sagen, dass dieses noch korrekt ist, solange diese Filme im hochgesicherten Bereich einer Bank verbleiben.
– Die Kreditkartendaten werden über einen Paketversender zwischen Bank und Dienstleister transportiert.
– Der externe Dienstleister bearbeitet die Filme.

Jetzt wird man natürlich denken, dass dieses Vorgehen richtig ist. Selbst die Bank behauptet auf ihrer Webseite in einer FAQ, dass Mirkofilm sicher ist. Und nur mit speziellen Geräten gelesen werden kann. Und natürlich, dass alles gaaaanz sicher ist. Hallo??? Mirkofilm ist nicht sicher. Ein „spezielles“ Gerät erhält man bei einem bekannten Auktionshaus für bummelige 50 Euro. Alternativ eine gute Lupe (mind. 8fache Vergrößerung) oder halt Diascanner. Dann hat man den ganzen Daten-Klumpen digital und kann damit weiterarbeiten.
Es ist sehr erschreckend, dass die Bank wohl tatsächlich glaubt, was sie schreibt. Dann beschäftigt diese auch noch einen sehr kreativen Menschen in der Vorweihnachtszeit mit der kreativen Erstellung einer Begründung für ein Versagen auf der ganzen Linie. Natürlich ist alles nicht schlimm, es wurde ja nur der Stollen gestohlen und die Daten an eine Zeitung geliefert. Merken die noch was? Ein Paketversender ist nicht der Transporteur, den man wählen sollte, sensible Daten zu transportieren. Wem ist nicht schon einmal ein Paket abhanden gekommen, was liest man nicht alles über verlorene Briefe, Pakete und geräuberte Inhalte.

Man kann nur hoffen, dass dieses (veröffentliche) Datendesaster zu einem Umdenken führt. Auch andere Banken werden solchen Umgang mit sensiblen Daten ausüben. Desaströs. Es bleibt zu hoffen, dass ein Umdenken stattfindet und hier umgehend eine sichere Verarbeitung eingeführt wird.
Zumal sich die Banken in den letzten Wochen und Monaten nicht wirklich mit positiven Meldungen gerühmt haben…

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert