warum aus einem FreeBSD 8.1 ein Ubuntu 10.4.1 server wurde

Eigentlich bin ich für die Nutzung von FreeBSD auf meinen „Servern“ seit Jahren zu haben und muss eigentlich nicht weiter darüber nachdenken, ob ich es installiere oder nicht. Seit FreeBSD 3.irgendwas ist das so. Gefühlt ist dort einfach mehr „UNIX drin“ als in Linux. Zusätzlich fühlt sich FreeBSD in einigen Dingen einfach schneller an.
Nun habe ich ein paar wertvolle Stunden Lebenszeit vergeudet und eine neue Erkenntnis erlangt: Ubuntu auf einem Server ist auch nicht sooooo schlecht 😉
Warum?
Eigentlich bin ich mit der Installation von FreeBSD auf einem Nettop Acer Revo R3610 mit ATOM CPU glücklich. Die Installation auch ohne optisches Laufwerk und die (Erst)Einrichtung klappte einwandfrei. Die Hardware wird erkannt, keine Probleme auf den ersten Blick.
Die Nutzung einer AFP-„Netzwerkfreigabe“ als Timemachine Backup-share ging ebenfalls recht einfach und schnell einzurichten. Eigentlich alles gut. Eigentlich…
Mein Grundgedanke für die Nutzung beinhaltete allerdings auch ein etwas umfangreicheres Speichervermögen für die Nutzung im LAN (NAS), also Freigaben per NFS für meine anderen Rechner, Timemachine Backup-Share, Backupstorage. Intern ist die Platte nicht ausreichend groß und das Speicherproblem sollte über externe Speichermedien (USB Festplatten) gelöst werden.
Da war also noch die Sache mit dem Anschluss (einer) externen Festplatte(n). Also den Schrank geöffnet, eine entnommen, angeschlossen und…… nichts. Die Platte wollte sich trotz mehrfacher Versuche nicht partitionieren und einbinden lassen. Sysinstall meinte zwar, eine Partition („Slice“) erfolgreich angelegt zu haben, es konnte aber kein Dateisystem angelegt und die Platte eingebunden werden. Auch mit sfdisk usw. kein Erfolg. Andere Festplatte genommen (man hat ja genug zur Auswahl…), gleiches Phänomen/ Problem. Nichts passiert. Zumindest nicht das, was ich erwarten würde und bisher auch immer erreicht habe. Die wollten einfach nicht. Egal, ob ein bestehendes Dateisystem vorhanden war und nur gemountet werden sollte oder neu angelegt werden musste.
Ursache hierfür: Ein Fehler im FreeBSD Kernel, der wohl derzeit mit USB-mass-storage-devices seine Probleme hat. Wirkt sich in der Art und Weise aus, dass sich externe USB Platten nicht partitionieren lassen, nicht mounten und damit auch nicht nutzen. Also quasi sinnfrei. Nach mehreren Versuchen mit unterschiedlichen Platten in unterschiedlichen Gehäusen, unterschiedlichen Dateisystemen, unterschiedlichen Partitionen usw. reichte es mir. Es ergibt sich beim Anstecken der Platte(n) quasi immer das gleiche Bild in dmesg:

usbd_set_config_index: could not read device status: USB_ERR_SHORT_XFER
ugen1.2: at usbus1
umass0: on usbus1
umass0: SCSI over Bulk-Only; quirks = 0x0000
umass0:0:0:-1: Attached to scbus0
da0 at umass-sim0 bus 0 scbus0 target 0 lun 0
da0: Fixed Direct Access SCSI-2 device
da0: 40.000MB/s transfers

Der Hinweis usbd_set_config_index: could not read device status: USB_ERR_SHORT_XFER macht mich hierbei stutzig. Diesen kenne ich von anderen FreeBSD Systemen nicht. Also ein wenig Google anwerfen bringt bestürzende Erkenntnisse: Scheint wohl (mal wieder) ein Bug im FreeBSD Kernel zu sein. Da ich vor einiger Zeit schon über einen anderen Bug im FreeBSD 8.0 SPARC Kernel gestoßen bin nicht wirklich befriedigend.

Nun galt es, eine Abwägung zu machen:
– Weiterhin bei FreeBSD bleiben und (noch irgendwie) durch z.B. Patchen des Kernels und neubauen, probieren, machen und tun vll. doch noch die Platten zur Nutzung zu bekommen?
– Oder vll. doch lieber den schnelleren und zeitschonenden Weg gehen und einfach ein Linux auf dem System installieren?

Um es kurz zu machen: Es wurde ein Ubuntu 10.4.1 LTS installiert. Ist zwar gegen meine grunsätzliche Idee gewesen, löst aber das Festplattenproblem. Und damit kann ich leben, mein Verzicht auf Grundsätze/ Prinzipien gegen den Gewinn von Freizeit. Schließlich sehe ich nicht ein, meine wertvolle Freizeit damit zu verbringen, so ordinäre Dinge machen zu wollen wie „USB Festplatten im Netzwerk erreichbar machen„. Der hohe Aufwand ist im Jahre 2010 einfach nicht mehr gerechtfertigt und rechtfertigt in keinster Weise den schon jetzt zu hohen zeitlichen Aufwand.
Und schließlich kann ich ja auch mit einem Linux mein gewünschtes Ziel erreichen: Timemachine Speicherplatz (quasi ein „Timecapsule“ Ersatz) im LAN für meinen Mac, NFS Storage für meine anderen Systeme.

Fazit: Linux läuft nun auf dem System, USB Platten sind ohne Probleme anschließ-, mount und damit auch nutzbar. Warum aber nicht von Anfang an auch mit FreeBSD? Schade ;-(

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