AVM FritzBox 7270 als UMTS Router/ mobilen Hotspot nutzen

Die FritzBox 7270 gilt ja in vielen Fällen als „eierlegende Wollmichsau“. Viele Funktionen sind in diesem Gerät vereint und lassen sich schnell und einfach einrichten und nutzen. Einige Möglichkeiten (z.B. Nutzung als OpenVPN Client oder der Anbindung seines iPhones per IPSec VPN an die FritzBox usw.) habe ich ja schon beschrieben. Hier kommt nun eine neue Möglichkeit, die FritzBox zu nutzen.


Die Kombination UMTS Stick und FritzBox macht aus der FritzBox einen (auch fast mobilen) WLAN-UMTS Router. Wofür? Eine Möglichkeit ist die Nutzung des UMTS-WLAN Routers bei Umzug oder Wechsel des DSL Anbieters, bei Nutzung einer UMTS Flatrate mit mehreren Endgeräten oder auch im Ferienhaus, wenn sich mehrere Nutzer/ mobile Endgeräte eine UMTS Anbindung teilen sollen.
In wenigen Schritten wird die FritzBox von DSL auf UMTS umgestellt und arbeitet genau wie vorher: Sie ist ein Router für das lokale kabelgebundene und auch kabellose (WLAN) Netz.


Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

  • Hardware: Leider kommt man nicht ohne passende UMTS Hardware aus. Nicht jeder (billige) UMTS Stick wird derzeit von der FritzBox unterstützt. Man fährt also gut dran, sich vor dem Kauf eines vermeintlichen Angebots zu überlegen, ob man den auch mit der FritzBox wirklich ohne Probleme nutzen kann.
    Eine Übersicht der unterstützen UMTS Sticks findet man auf den Seiten von AVM.
  • Datentarif: Weiterhin sollte man einen mobilen Datentarif haben, der einen nicht innerhalb kurzer Zeit ins Armenhaus treibt. Die Netzbetreiber sind derzeit ja sehr einfallsreich, was deren Berechnung angeht. Eine Deckelung und damit Drosselung nach einem bestimmten Datenkontingent ist sicher besser als eine teure Berechnung von zum Teil mehreren Euro pro Megabyte nach Erreichen des Inklusivvolumens. Also lieber mal das Kleingedruckte gründlich lesen eh man eine böse Überraschung (Rechnung) erhält 😉
  • Netzbetreiber: Günstig und meist auch überall verfügbar sind die Angebote von O2.
    Bevor man sich einen Netzbetreiber aussucht und sich auf diesen festlegt sollte man diesen, sofern man das kann, testen. Einfach mal eine Karte/ ein (UMTS-) Handy des gewünschten Netzbetreibers ausleihen und die Verfügbarkeit von mobilem Internet per UMTS prüfen. GPRS ist für einen Nutzer schon recht wenig. Teilt man sich das noch mit mehreren, so vergeht einem sehr schnell der Spaß beim Surfen…
  • FritzBox: Eine aktuelle Firmware auf einer FritzBox. Derzeit (Jan. 2011) aktuelle Firmware-Version 54.04.88.

Welche UMTS Sticks funktionieren ohne Probleme?

Selber getestet und für funktionsfähig erklärt sind die Vodafone K3520-H und K3786-H. Wichtig ist hierbei der Hersteller Huawei (dafür das Kürzel ‚-H‘ im Artikelnamen). Die UMTS Sticks mit dem Kürzel ‚-Z‘ (Hersteller ist hier ZTE) können nicht genutzt werden. Natürlich sind beide Sticks ohne Netlocks oder ähnlichen Sperren und können in jedem Netz genutzt werden.
Grundsätzlich fährt man meiner Meinung nach mit den Huawei sowieso deutlich besser als mit den ZTE. Nicht nur die bessere Verfügbarkeit von Firmwares zum un-netlocken der Sticks, auch die Verarbeitung und Qualität ist bei den Huawei etwas besser und wertiger als bei ZTE. Sinnig ist es, sich vll. ersteinmal einen Stick auszuleihen und zu testen, eh man sich einen kauft.
Also lieber gleich bei AVM die Liste ansehen, welche Sticks unterstützt werden oder einen erwerben, bei dem man sich sicher sein kann.


Wie richte ich den UMTS Stick in der FritzBox ein?

FritzBox vom Strom trennen. Den UMTS Stick mit eingesetzter SIM Karte in den USB Port der FritzBox stecken. Wieder mit Strom versorgen. Per Webbrowser die Konfigurationsoberfläche der FritzBox aufrufen. Expertenansicht aktivieren (sofern noch nicht geschehen). Dann unter Internet -> Mobilfunk.
Hier nun den Haken bei Mobilfunk aktiv setzen. Das Feld PIN wird schreibbar. Die PIN der SIM Karte eintragen (Vorsicht: Vertippt man sich hier, so ist die Karte ganz schnell gesperrt und muss in einem Hand mit PUK entsperrt werden!). Nach erfolgreicher Eingabe der PIN weiter unten bei Internetzugang den Provider auswählen oder selber die Daten eintragen. Auch hier sollte drauf geachtet werden, die richtigen Daten zu nutzen. Trägt man z.B. den falschen APN des Anbieters ein, so kann es hier zu Kosten kommen. Also lieber sicherstellen, hier den richtigen Eintrag vorgenommen zu haben.
Auf Übernehmen klicken. Die Daten werden gespeichert. Man sollte nun bei Netzverfügbarkeit das Einbuchen in das UMTS Netz sehen können.

Die FritzBox sollte einem nun ein (ähnliches) Bild zeigen:

FritzBox UMTS Einrichtung
(FritzBox UMTS Einrichtung in Kleinansicht. Klicken zum Vergrößern.)


Testen der Verbindung über UMTS

Um zu testen, ob die FritzBox nun korrekt über UMTS den Internetzugang hergestellt hat kann man einfach mal das DSL Kabel aus der FritzBox entfernen. Der angeschlossene Rechner sollte nun weiterhin ohne Probleme online gehen können. Meist natürlich nicht mehr so schnell wie per DSL (je nach Anbieter, Netzverfügbarkeit, Auslastung der Zelle usw.), aber trotzdem in den meisten Fällen vollkommen ausreichend…. Zumal, wenn man den Stick als Alternative zur Anbindung per DSL nutzen will/ muss 😉


Probleme mit der Nutzung eines UMTS Sticks

Es können sich bei der Einrichtung ein paar kleine Probleme aufstellen, die sich meist recht einfach lösen lassen. Grundsätzlich sollte man ersteinmal prüfen, ob der Stick mit der Karte überhaupt funktioniert. Und natürlich sollte man sicherstellen, dass dieser von der FritzBox unterstützt wird und auch korrekt erkannt wird (siehe Netzverfügbarkeit -> Status).
Geschwindigkeitsprobleme: Lassen sich meist wenig beeinflussen. Wenn jedoch die UMTS Verfügbarkeit nicht gut ist sollte man überlegen, die FritzBox anders zu positionieren. Manchmal hilft es schon, die FritzBox z.B. an ein Fenster zu stellen und damit den Empfang per UMTS zu verbessern.
Sinnvoll ist immer mal ein Vergleich mit seinem Rechner und der direkten Verbindung per UMTS Stick in diesem. Schneller wird es mit der FritzBox auch nicht werden können…


Weitere Ideen für einen mobilen „Hotspot“

Die FritzBox ist somit nicht nur eine gute Möglichkeit, seinen Zugang über UMTS herzustellen, wenn man kein DSL hat. Auch, wenn man z.B. seinen Urlaub in einem Ferienhaus ohne Internetanschluss (ja gibt es das denn noch? 😉 ) verbringen möchte ist die Idee, sich seine FritzBox mitzunehmen, wohl nicht falsch. Die SIM Karte eines günstigen lokalen Anbieters in den Stick getan, u.U. die APN Einstellungen händisch eingestellt und schon kann man per LAN und WLAN online gehen. Die Zeiten, dass man im Urlaub auf seinen Laptop, sein iPhone, sein Internetradio usw. usf. verzichten mag sind wohl mittlerweile vorbei…
Seine selber mitgebrachte und vll. als OpenVPN Client „optimierte“ FritzBox bietet damit aus dem Urlaub/ Ausland ohne Probleme Zugriff auf sein Heimnetzwerk und die dortigen Daten.
Eine andere Idee: Man hat ein Auto/ Wohnmobil und möchte unterwegs per WLAN online gehen können. Die FritzBox wird mit 12Volt Gleichspannung bei max. 1,4A betrieben. Ins WoMo eingebaut und man kann sich bequem ins WLAN einbuchen, sein iPad (die Ausstattung mit nur-WLAN) als Navi nutzen. Stellt man hier die gleiche SSID und WPA2 Key wie im normalen Heimnetzwerk ein geschieht das alles sogar ohne Konfigurationsaufwand auf den Clients…
Oder oder oder….


Links


Wie immer der obligatorische Hinweis:
Alles geschieht auf eigene Verantwortung! Ich übernehme für keine entstehenden Probleme irgendeine Gewähr/ Garantie/ Haftung.
Bei Fehlnutzung/ -konfiguration können Kosten durch den Netzversorger entstehen.


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2 Antworten zu AVM FritzBox 7270 als UMTS Router/ mobilen Hotspot nutzen

  1. Christian sagt:

    Hallo,

    – Wenn DSL ausfällt, und er auf UMTS wechselt, was ja möglich ist. Ist es möglich das dann diverse angeschlossene Geräte von UMTS nicht verwendet werden ?
    z.B. Online Radio, Receiver wo Amazon Prime oder Maxdome usw läuft.

    – Funktioniert VOIP über UMTS ? Also kann ich meine Festnetznummer die über 1&1 angemeldet ist über UMTS verwenden ?

    Grüße, Christian 🙂

    • rotzoll sagt:

      Hej,

      automatisch bestimmte Dienste bei Ausfall der DSL und Nutzung von UMTS zu sperren wäre mir neu. Eine Möglichkeit wäre es, sich mal die Kindersicherung anzusehen. Und im Falle des Falles vielleicht hierdrüber Dienste einzuschränken, dann manuell die Geräte in die „Kindersicherung“ zu setzen. Das ist nur eine Idee, keine Ahnung, ob es funktioniert.

      Vergiss es, anständig über die Datenverbindung von UMTS in Deutschland telefonieren zu können. Ja, die Nummer kannst du über SIPgate und Co. nutzen, die FB meldet sich über UMTS als SIP Client an. Theoretisch ist damit Telefonie möglich. ABER: Leider ist in D das UMTS Netz nicht derart gut ausgebaut, dass die Zellen hohe Bandbreiten im Backbone haben. LTE (bzw. 4G) soll es ja besser machen und definiert noch tiefer, wie das Netz hinter dem Sendemast aussieht.

      Soll also so viel heißen, dass die Paketlaufzeiten über UMTS weder gering noch stabil sind. Häufige Ausreißer nach oben bis hin zu mehreren hundert (und sogar tausend(en)) Millisekunden sind keine Ausnahme. Zum Telefonieren aus meiner Sicht völlig unbrauchbar. Das will man keinem Gesprächspartner antun…

      Gruß,
      Malte

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