Google Android vs. Apple iOS – Aktualisierungsintervalle und Verfügbarkeiten


  Auf dem großen Markt der Smartphones dominieren zwei große Player: Google mit Android und Apple mit iOS. Es ist wohl kein großes Geheimnis, dass der Anteil von Google’s Android täglich um mehrere hunderttausend registrierte Geräte zunimmt. Mittlerweile entfällt ein sehr großer Marktanteil auf dieses Handybetriebssystem. iOS hingegen hat hier keinen solch riesigen Anteil und kann auch nicht mit der Menge neuer Geräte pro Tag aufwarten.
Dass sich Smarphones mit Google’s Android verkaufen wie „geschnitten Brot“ hat sicher viele Gründe. Aber mit Sicherheit nicht den, dass es schnell nach Neuerscheinung einer neuen Android Version auf allen Geräten Updates gibt. Und auch nicht der, dass alle Geräte aktuell gehalten werden.
Einer der Gründe wird mit Sicherheit der Preis sein. Kunden, die in einen Handyladen laufen und sich beraten lassen kriegen vorgesetzt, dass alle Smartphones Fatzebuck können. Und Internet. Und manchmal auch eMail. Und riesige Displays und wunderbare Kameras. Vergleiche im Speziellen werden wohl eher die Ausnahme bleiben. Von Qualitätsvergleichen ganz abgesehen. Oder der Möglichkeit, eine aktuelle Android Version zu erwerben oder zeitnah zu erhalten.
Somit schaut der Kunde nach unten. Auf den Preis. Fertig. Ein iPhone kostet halt ’n Euro mehr. Also wird das billigere Gerät genommen.

      „Können ja alle das Gleiche„…

Nein. Können sie sicherlich nicht. Spätestens wenn man mit dem (hardwaremäßig) aktuellen Android-Smartphone aus dem Laden gegangen ist, ist die darauf befindliche Android Version veraltet. Entweder wird das Gerät noch immer mit einer Version 2.3.x („Gingerbread“) ausgeliefert oder erhält trotz großer Versprechen der Hersteller dann „aus Gründen“ doch kein Update mehr. Es ist also schon veraltet oder veraltet binnen kürzester Zeit. Aber Hauptsache, der Bildschirm ist so groß, dass man sich zum Volldeppen macht wenn man damit auch noch telefonieren will. Erinnert mich bei einigen an die Motorola International 3200 Erlebnisse, sah ähnlich irritierend aus 😉


  Versionsverteilung – alte und sehr alte Android Versionen dominieren den Markt

  Google wollte und will mit seinem Smartphone-Betriebssystem Android einen großen Marktanteil erreichen. Das haben die geschafft, leider auf Kosten der Käufer und Nutzer der Geräte. Hersteller nutzen Android als kostenlose Variante für ihre Smartphones, stecken aber nur sehr wenig bis gar keine Energie in eigene Entwicklungen, in Aktualisierungen oder Sicherheitsupdates.
Damit (mit der Kostenfreiheit) hat Google natürlich viele (willige) Anhänger auf dem (Billig-)Smartphonemarkt finden können. Wenn auch recht unschönen Folgen und Konsequenzen. Es gibt noch einen (nunja, immerhin recht kleinen) Anteil an Android-Smartphones, die mit Version 1.6 laufen und nie, nie, nie aktualisiert werden. Sicherheitslücken bleiben offen. Fehler werden nicht behoben. Der Hersteller hat, wie es früher üblich war, ein Gerät auf den Markt geworfen und nach dem Motto „fire and forget“ sich gleich an die „Entwicklung“ seines neuen Modells gesetzt. Version 4.x („Ice cream sandwich“) ist seit Oktober 2011 verfügbar und veröffentlicht. Und, wie groß ist der Marktanteil der Geräte mit ICS nach einem dreiviertel Jahr? Je nachdem, welchen Zahlen man glauben mag sind es derzeit knapp um die 10%. 10% der Android Geräte sind somit (einigermaßen) aktuell. Der Rest ist alt, sehr alt und viel zu alt. Der Riesenteil entfällt auf Geräte mit 2.3.x und noch älter 2.2.x.
Und im Laden? Hier sollte man doch meinen, dass man derzeit im Laden wenigstens einen Großteil der Geräte mit der aktuellen Version 4.x erhält. Weit gefehlt, man gekommt noch immer nur eine sehr bescheidene Auswahl an Geräten, die direkt vom Hersteller mit einer aktuellen Version ausgeliefert werden oder zumindest schon direkt online aktualisiert werden können.
Das ist geradezu erschreckend. Das wäre so, als würde man im Geschäft einen aktuellen Dual-Qaud-Core Hyper PC mit zig GB Arbeitsspeicher, einer Luxus-Grafikkarte mit mehreren Kernen usw. kaufen und darauf ein Windows 2000 vorfinden. So und nicht viel anders sieht es aus. Keiner würde diesen Rechner kaufen, wenn er nicht ein Update dafür bekäme um das Gerät voll nutzen zu können. Nur kommt dieses Update dann nicht. Oder erst sehr, sehr viel später.


  Was hat Google versäumt?

  Sicherlich ist es gut, einen großen Player auf dem Smartphonemarkt zu haben. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft und sorgt auch, dass Apple’s iOS weiter entwickelt und voran getrieben wird.
ABER: Hätte es Google nicht auch schaffen können, eine Verpflichtung zur zeitnahen Aktualisierung bei den Herstellern durchzusetzen? Wäre es Google nicht möglich gewesen, hier ein paar Vorgaben zu geben, wann und wie schnell nach Erscheinen einer neuen Android Version eine aktualisierte Version für die Geräte verfügbar gestellt werden muss?

Natürlich möchten die Hersteller zur Abgrenzung eigene Entwicklungen à la HTC Sense usw. einbringen. Wieso muss aber der Nutzer monate-, ja zum Teil jahrelang (oder überhaupt nie!) auf Aktualisierungen warten? Wenn Hersteller X eine Anpassung der Oberfläche machen möchte, wieso kann dieser nicht zeitnah ein Update des Betriebssystems heraus bringen und danach seine Oberflächenanpassung? Wieso kann er nicht dem Nutzer die Möglichkeit bieten, dass dieser (ersteinmal) auf eine Herstelleranpassung verzichtet und dafür ein blankes, aktuelles Android erhält?

Wäre es Google nicht möglich gewesen, diese Vorgaben zu machen und so die Hersteller zu einer schnelleren Aktualisierung „zu drängen“?
  Natürlich gibt es Anforderungen an die Hardware, die ein Gerät für ein neues OS erfüllen muss. Aber wenn diese Anforderungen erfüllt sind kann doch das Betriebssystem aktualisiert werden. Nur verstehen dieses die Hersteller der Geräte und Verbreiter alter Versionen nicht.

Was ich mir vorstellen würde:
– Aktualisierung auf neue Android Version binnen 2 Wochen nach offiziellem Erscheinen (sofern die Hardware diese Hardwareanforderung erfüllt)
– Wenn der Hersteller schon seine eigene Anpassungen vornehmen möchte, dann gleich innerhalb dieser Zeit. Oder zumindest dem Nutzer die Möglichkeit bieten, ein Update ohne seine Oberflächenverpfuschungen zu installieren. Dann kann er nach einiger Zeit ein Update f. die Oberflächenanpassungen nachreichen.

Somit wäre sichergestellt, dass die Hersteller aktiv entwickeln, Geräte aktuell gehalten werden und sich uralte Sicherheitslücken nicht weiter ausnutzen lassen.

Und noch viel wichtiger: Man kann als Kunde sicher gehen, dass man noch aktualisiert wird. Derzeit kauft man ein Smartphone auf Risiko und muss sich den großartigen Versprechen der Hersteller anvertreuen. Leider sind diese Aussagen auch eher Makulatur. Meist versprechen diese eine Aktualisierung zu einem Quartal (was sowieso weit in der Zukunft ist!) oder diese Termine werden immer wieder verschoben. Noch schlimmer sind dann die Hersteller, die erst eine Aktualisierung zusagen und diese dann revidieren. So mal wieder HTC. Erst ein Update auf 4.x für das Desire HD zusagen und nun klammheimlich einfach streichen. Hauptsache, einige Kunden haben sich für ein Desire HD entschieden unter der Prämisse, dass dieses noch mal aus der Urzeit einigermaßen aktuell gehalten wird.


  Was macht Apple anders?

  Apple ist sicherlich auch in einigen Teilen nicht optimal, was Aktualisierungen, Offenheit usw. angeht. Dafür kann ich aber sichergehen, dass mein jetzt gekauftes Gerät direkt nach Erscheinen einer neuen iOS Version aktualisiert werden kann. Ich muss also nicht hoffen und bangen, dass die aktuelle Hardware nun nicht mehr weiter unterstützt wird und das OS veraltet.
Die Updates von Apple kommen für alle Geräte gleichzeitig auf den Markt. Egal, welcher Provider genutzt wird. Alle kriegen ein Update (sofern die Hardware unterstütz wird). Dieses macht einen großen Unterschied aus.
Selbstverständlich hat Apple es auch etwas einfacher: Bei Android Geräten gibt es eine riesige Diversifikation des Marktes. Verschiedenste Hersteller mit unterschiedlicher Hardware, unterschiedlicher Auflösungen usw. Bei Apple gibt es wenige, alle sehr ähnliche Geräte. Alles aus einer Hand.

Natürlich gibt es genug Leute, die ihre iPhones nicht aktualisieren und noch immer mit iOS Version 4.x rumlaufen. Das ist aber eigenes Verschulden und kein Fehler des Herstellers. Es bestünde die einfache Möglichkeit, sein Gerät zu aktualisieren. Und es gibt eigentlich auch keine Gründe, dieses nicht zu tun.

Und wie wurde vor wenigen Wochen (leider treffend) gelästert: Der Golden Master (quasi letzte Beta vor Erscheinen) von iOS 6 war nach wenigen Tagen auf mehr Geräten installiert als Android 4.x nach fast einem 3/4 Jahr Verfügbarkeit. Das sagt doch wirklich fast alles aus…..


  Anmerkung

  Ja, ich bin glücklicher Nutzer von iOS! Ich habe aber auch einem HTC Android Smartphone eine Chance gegeben. Aber leider natürlich ist es für mich untragbar, ein Gerät zu kaufen, welches nach gutdünken des Herstellers HTC „irgendwann“ mal aktualisiert wird. Und wenn diese „aktuelle“ Version dann von HTC zur Verfügung steht ist dieses Update eigentlich auch schon wieder veraltet, da dann wieder eine neue Version vor der Tür steht oder (und das ist wahrscheinlicher) schon veröffentlicht wurde.
Dieses belegt derzeit HTC wieder einmal beispielhaft: Die haben es noch nicht einmal geschafft, ihre Geräte auf die Version 4.x zu bringen, wollen „demnächst“ dieses Update rausbringen. Seit Juni 2012 ist allerdings 4.1.x „Jelly Bean“ von Google veröffentlicht. Es kann also nur noch ein Jahr oder länger dauern, bis auch diese Version auf die Geräte gebracht wird. Dumm nur, dass dann schon wieder alles komplett veraltet ist…
Und für die Geräte, die aktualisiert werden sollen wird die Luft auch immer dünner. Nun hat HTC festgestellt, dass auf dem Desire HD aus „Performancegründen“ die Kombination aus aktuellem Betriebssystem und ihrem Sense-Gelumpe nicht flüssig läuft……

Ich hätte mich damals ja damit abfinden können, auf Sense zu verzichten und dafür ein aktuelles Betriebssystem zu haben. Aber quasi über ein Jahr warten, bis man aktualisieren kann? Nein danke. Dann lieber ein goldener Käfig von Apple mit der Gewissheit, auch künftig neue Versionen zeitnah zu erhalten…….

Was mich aber befürchten lässt, dass ich nur einer von wenigen bin, der sich hierdrüber Gedanken macht: Es werden noch immer massig Android Geräte verkauft. Ob die nun veraltet sind oder nie ein Update erfahren werden. Die Kunden kaufens. Weil’s billig ist? Oder weil es ihnen egal ist? Aus Fehlinformationen? Aus mangelndem Interesse? Aus Gedankenlosigkeit?

Und jetzt freue ich mich über die, die laut gegen Apple (oder mich) wettern 😉


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