Domainumzug – endlich vollzogen


Mein bisheriger Hoster Hostmonster.com hatte leider immer mal wieder seine Schwächen. Immer mal wieder standen die Mailserver von Hostmonster auf RBLs (Anti-SPAM Listen) und man konnte für ein paar Stunden keine Mails an bestimmte Empfänger (die solche Listen nutzen) schicken. Unschön. Mehrere Anfragen an den Support waren leider wenig hilfreich bzw. wurden gar nicht beantwortet.
Prinzipbedingt war die Paketlaufzeit etwas höher, damit die Seite ein wenig langsamer. Gut, nur wenig bis gar nicht messbar, trotzdem immer mal wieder auffällig. Durch die Zeitzonenverschiebung waren dann auch Wartungsarbeiten zu für Deutschland unpassenden Zeiten. Zusätzlich kam dann noch hinzu, dass ein neuer Abrechnungszeitraum für mich beginnen sollte, der eine Preissteigerung von ein paar Euro pro Monat nach sich gezogen hätte.
Somit war für mich mal das Umsehen nach einem neuen Hoster angesagt. Und ich muss sagen, das scheint sich auch im Jahre 2012 nicht so einfach zu gestalten, wie ich es erwarten würde.

Strato, 1&1 und andere, sehr große finde ich aus persänlichen Gründen nicht ideal. Hier ist man nur einer von verdammt vielen Kunden und häufig stimmt der angebotene Funktionsumfang nicht mit meiner eher techniklastigen Vorstellung überein. Ein Massenprodukt passt dann für die Masse und nicht für Personen, die auf Technikumfang „im Speziellen“ schauen….


Der erste Versuche: One.com.

  Eigentlich vom Leistungsumfang und Preis passend. Eine erste Sichtung zeigte dann jedoch schon die ersten Schwächen. Viele Dinge, die ich erwarten würde und benötige sind nicht flexibel genug einstellbar. DNS Einstellungen, Postfachgrößen und vieles mehr. Alles nicht wirklich einstellbar. Dafür jedoch für den Otto-Normal-Nutzer in schickem buntem Design gehalten.

Leider sind einige Kriterien für meine Anforderungen absolut unbrauchbar:

  • Verschlüsselung von IMAP Verbindungen (IMAPs) gibt es nicht.
  • Der Inbox-Ordner eines IMAP-Mailkontos darf nur 1 GB haben.
  • Ein Web-FTP Client sowie ein Webdateimanager sind nur mit Internet-Explorer nutzbar.

Mit diesen Einschränkungen habe ich mich dann abgefunden und wollte es trotzdem probieren. Einen Web-FTP Client bzw. Dateimanager brauchte ich nicht wirklich. Seine Inbox ein wenig aufräumen und den Inhalt in Ordner wegsortieren wäre sicherlich auch kein großes Problem gewesen. Ebenfalls ein kleines Problem bzw. sehr ungewöhnlich: Direkt nach Einrichtung seines Accounts steht dieser nicht direkt über einen temporären DNS Namen wie benutzerxyz.hostername.tld oder so zur Verfügung. Man kann also nicht, wie sonst überall üblich, über diesen direkt zur Verfügung stehenden DNS Namen auf seinen Webspace zugreifen und prüfen, ob seine Seite soweit korrekt läuft. Verdammt ungewöhnlich und mir bisher noch nie unter gekommen. Und es erleichter einem auch nicht unbedingt den Umzug seiner Seite, Tests und so weiter.

Bevor meine Domain nun zu dem neuen Hoster transferiert werden sollte habe ich meine Webpräsenz einrichten wollen. Hierbei bin ich auf ein paar Unzulänglichkeiten von PHPMyAdmin und großen Datenbank-Dumps gestoßen: Das Timeout. Einen Dump von 250 MB einzuspielen dauert ein paar Sekunden im Upload und der Bearbeitung. Jedes Mal schlug das Timeout zu, man musste erneut den Dump hochladen, warten, wieder Timeout ein Stückchen weiter. Also noch mal hochladen, wieder warten, wieder Timeout und wieder ein Stück weiter. Nach einigen Anläufen war der Dump endlich hochgeladen und die Webpräsenz war vollständig.
Also einfach mal den Domain-Auth-Code zum Transfer eingegeben und die Domain umziehen…. oder zumindest der Versuch. Eine Bestätigungs-eMail wird vom Registrar automatisch an die in den Whois-Infos hinterlegte eMail Adresse des Inhabers geschickt. Leider ohne Erfolg. Keine einzige Mail kam an. Mehrere Versuche (auch in Rücksprache mit dem Support) wurden geschickt. Keine einzige kam an. In diesem Zusammenhang scheiterte dann leider auch der Support und verwies immer wieder fälschlich auf „SPAM Ordner“ oder meinen angeblich fehlenden Zugriff auf das eMail Konto. Spaßeshalber habe ich die WHOIS Infos abgeändert, eine andere eMail Adresse hinterlegt und erneut zusenden lassen: Auch wieder nix.
Damit wurde es mir dann auch zu müßig und der erste Versuch mit One.com wurde als gescheitert abgehakt.

Positiv hervorzuheben ist hierbei der Support. Der war recht bemüht und schnell, beantwortete Fragen zuverlässig und meist auch passend.


Zweiter Versuch: Ein nicht ganz unbekannter Hoster, All-Inkl.com.

  Domainpaket bestellt, Login in das Kundenportal und die erste Sichtung der Funktionen klang sehr vielversprechend. Es machte alles einen ganz guten Eindruck. Der Umfang der möglichen DNS Einstellungen war ausreichend, eine Beschränkung der Inbox war nicht zu erkennen und die restlichen Tools im Kundenportal waren auch nicht auf den Internet-Exploder mit Windoof beschränkt.
Also habe ich angefangen, mein IMAP Postfach zu synchronisieren. Und da flogen mir die ersten Warnungen durchs Log. Immer wieder war zu lesen, dass keine Unterordner in einem Ordner angelegt werden könnten…

Häh? Keine (Unter)Ordner in Ordnern?

Also den Support angeschrieben und nachgefragt, was da los ist. Auch hierfür ein Lob. Die Antworten kamen schnell, wenn auch nicht zu meiner Zufriedenheit. Es gibt bei All-Inkl.com nur die Möglichkeit, entweder einen IMAP Ordner für eMails anzulegen oder einen Ordner, in dem wiederum Ordner (also Unterordner) vorhanden sind. Beides zusammen gibt es nicht. Mann müsste also seine ganze Mailstruktur umstellen oder sich schon jetzt überlegen, ob man denn nun in einen Ordner Mails ablegen oder gar in diesem abermals Ordner erstellen möchte.
Ganz großer Fail! Sowas habe ich bisher bei noch keinem Hoster erlebt (und ich kenne einige). Und IMAP nutze ich auch seit nunmehr rund 15 Jahren genau so, wie ich es bisher immer gemacht habe. Es gibt Ordner, in denen sowohl eMails als auch Ordner sind. Ich will nicht meine eMail Infrastruktur umstellen müssen, um hier eine für den Hoster kompatible Ordnerstruktur zu haben.
Das war nun ein absolutes No-Go. Schade, da der Rest eigentlich passte. Preis-Leistungsumfang macht einen guten Eindruck, der Support scheint auch schnell zu antworten. Aber wenn der IMAP Server und meine Vorstellungen inkompatibel sind, dann geht es nicht. Eine Umstellung der Mails zu einem Hoster, Web zu einem anderen ist auch keine für mich akzeptable Lösung.
Also wieder nichts. Vielleicht irgendwann einmal für andere Projekte, bei denen es keinen IMAP Bedarf gibt, hierfür aber absolut nicht nutzbar.

Sehr positiv muss ich trotzdem hervorheben, wie mit „wieder gehenden“ Kunden umgegangen wird. Sehr unkompliziert wurde mir meine Rechnung für eine dreijährige Vertragslaufzeit wieder gut geschrieben. Somit habe ich keine schlechten Erinnerungen an All-Inkl. und werde zu gegebener Zeit vll. erneut Kunde bzw. kann diesen Hoster empfehlen…


Dritter Versuch: Uberspace.de

  Tja, wie beschreibt man Uberspace.de in Kurzform: Kein großer Anbieter. Keine detaillierte Preisübersicht und keine großen Paketunterschiede. Eigentlich gibt es alles, was man braucht. So kann man es zumindest lesen…
Da ich nun schon ein wenig vorgewarnt war habe ich mich mal an den Support gewandt. Direkte Frage, ob meine Kriterien hinsichtlich Verschlüsselung (IMAPs) und Order, Unterordner, Unterunterordner usw. gegeben sind.
Und, wer hätte es gedacht: Es sei doch selbstverständlich mit Verschlüsselung und der Anforderung an IMAP. Man kenne es doch auch nur so, wie ich es haben will 😉

Uberspace hat eine etwas andere Geschäftsidee als andere Hoster. Durch die Größe bedingt gibt es quasi einen direkten Draht zum Support, zur Geschäftsführung, zur Technik und zur Buchhaltung. Und das kommt, wenn man technik-affin ist, dem Kunden zugute. Man hat einen komplett auf Technik-Nerds abgestimmtes Produktangebot. IMAPs, SFTP, Webspace, IMAPs, Datenbanken und, und das ist dann noch ein Plus gegenüber anderen, SSH Zugriff. Gut, SSH bräuchte ich nicht wirklich. Aber, und das zeigt sich immer wieder: Es ist einfach besser. Durch den Zugriff per SSH kann man schneller „mal was machen“.

Zu den Preisen: Es gibt keine Preisliste. Jeder kann und soll das zahlen, was er bereit ist. Ein paar kleine Kriterien (ein Minimum) gibt es schon, eine Domain kostet pro Monat 50 Cent extra usw. Aber grundsätzlich kann man selber entscheiden, was man zahlen will. Und man hat keine Mindestvertragslaufzeit. Zahlt man nicht mehr weiter, wird das Konto beendet. Ganz einfach, ganz fair. Ganz gut.

Einen Testaccount kann man sich innerhalb kürzester Zeit „klicken“. Darüber kann man dann einen Monat lang den Funktionsumfang testen und dann selber entscheiden, ob man nun zahlen möchte (und eine Domain in das Webpaket integrieren lässt) oder nicht. Quasi risikolos für den möglichen Kunden.

Ich habe mir also einen Testaccount erstellt und geschaut, ob ich mit dem Leistungsumfang leben kann oder ob es Probleme gibt. Und bisher muss ich sagen, bin ich zufrieden. Alles klappt, wie ich es brauche und erwarte. Der Support ist klasse, der Funktionsumfang auch. Und ich hoffe, mit meiner monatlichen Zahlung zeigen zu können, dass ich zufrieden bin. Ich will nichts geschenkt haben und zahle gerne, wenn alles klappt. Und wenn ich nun nach ein paar Monaten Nutzung feststelle, dass es alles so klappt, wie erwartet (also Verfügbarkeit, Mailserver nicht auf RBLs usw.) bin ich auch gerne bereit, noch ein paar Euro mehr zu zahlen.

Nach den ersten, sehr positiven Erfahrungen habe ich nun meinen Domain-Auth-Code mitgeteilt und die Domain zum Transfer gegeben. Der Umzug selber hat dann auch schnell geklappt, der bisherige Registrar hat mir eine Bestätigungsmail geschickt (ja, die kam natürlich direkt und ohne Probleme an), diese wurde von mir bestätigt und schwupp, war die Domain umgezogen.


Fazit

  Für technik-versierte ist Uberspace sicher eine gute Idee. Allerdings muss man sich hier auch damit gedanklich auseinander setzen, dass es sich um einen kleinen Hoster handelt. Man hat also keinen Großkonzern vor der Nase, der über eine riesige Anzahl an Servern verfügt, ein riesiges Supportteam unterhält und mehrere Rechenzentren betreibt. Das sollt man zumindest im Hinterkopf behalten.
Wenn man weniger Ahnung von Technik hat und eher die Klicke-bunti Variante bevorzugt ist All-Inkl. sicher eine gute Wahl. Kann man mit den Einschränkungen leben, die mich von einem Wechsel dahin abgehalten haben, so ist dieses sicher ein Anbieter, den man testen sollte.


Warten wir nun mal ein paar Monate ab. Sollte sich auch dann noch mein bisher sehr positives Bild bestätigen, ist es super. Wenn nicht, so wird man es hier lesen können 😉


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