Pogoplug – WLAN USB Stick Edimax EW-7811Un (150n) nano und WPA2 Probleme

Der Edimax USB WLAN Stick EW-7811Un ist…. winzig. Kaum größer als der USB Port selber steht der Stick hier nur wenige Millimeter hervor. Also ideal, um diesen in kleinen Rechnern wie dem Raspberry PI oder dem Pogoplug zu nutzen. Leider sind die Probleme bei der Inbetriebnahme nicht so winzig gewesen wie der Stick selber.

Da ich einige Zeit kämpfen musste hier eine kleine Anleitung, wie man den obigen Stick unter ArchLinux (und sicherlich auch mit anderen) mit einem WPA2 WLAN Netz verbinden kann. Anfangs dachte ich ja noch an meine Unfähigkeit, eine Konfigurationsdatei zu erstellen und wpa_supplicant anzuweisen, das Interface mit der Konfiguration zu nutzen. Kann man ja nicht ahnen, dass der Treiber im Kernel wohl einen an der Mamel hat….
Und kaum verbringt man einige Zeit damit, findet sich die Lösung für das Problem. Der WLAN Stick kann sich nun ins WLAN per WPA2 einbuchen und alles ist gut.

Es fing eigentlich alles so gut an. Einstecken und dmesg zeigte einem den Stick, wies diesem einen Treiber zu:

[ 91.614516] usb 1-1.2: new high speed USB device number 4 using orion-ehci
[ 91.789701] cfg80211: Calling CRDA to update world regulatory domain
[ 91.936624] rtl8192cu: MAC address: 80:1f:02:84:e0:9a
[ 91.936648] rtl8192cu: Board Type 0
[ 91.951384] rtlwifi: rx_max_size 15360, rx_urb_num 8, in_ep 1
[ 91.952346] ieee80211 phy0: Selected rate control algorithm ‚rtl_rc‘
[ 91.957055] usbcore: registered new interface driver rtl8192cu

Module werden auch korrekt geladen:


Module Size Used by
ipv6 259694 20
rtl8192cu 89701 0
rtlwifi 88565 1 rtl8192cu
rtl8192c_common 54162 1 rtl8192cu
mac80211 170543 3 rtl8192c_common,rtlwifi,rtl8192cu
cfg80211 143659 2 mac80211,rtlwifi
rfkill 14400 1 cfg80211
mv_cesa 9128 0
nfs 283858 0
nfs_acl 2185 1 nfs
auth_rpcgss 34590 1 nfs
lockd 66145 1 nfs
sunrpc 177891 4 lockd,auth_rpcgss,nfs_acl,nfs
autofs4 22074 2

Also mal schnell eine Konfiguration erstellt:

Shell #> wpa_passphrase SSID
# reading passphrase from stdin
GEHEIMESPASSWORTEINGEBEN
network={
ssid=“SSID“
#psk=“GEHEIMESPASSWORT“
psk=HEX_von_GEHEIMESPASSWORT
}

Daraus eine Konfigurationsdatei /etc/wpa_supplicant.netzwerkname.conf angelegt:

ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
ctrl_interface_group=wheel
update_config=1
ap_scan=2
network={
      ssid=“WLANNETZWERKNAME“
      proto=RSN
      key_mgmt=WPA-PSK
      pairwise=CCMP
      auth_alg=OPEN
      psk=“PASSWORT“
}

Nun den Daemon wpa_supplicant gestartet, die Konfigurations und das WLAN Interface angegeben

Shell #> sudo wpa_supplicant -B -c /etc/wpa_supplicant.netzwerkname.conf -i wlan0

Nun möge man meinen, dass WPA2 mittlerweile (2013 n.Chr.) kein Hexenwerk ist und die Verbindung ohne Probleme aufgebaut werden sollte. Sollte man meinen…
Nix. Kein Carrier. iwconfig usw. zeigte auch nichts. Alle Möglichkeiten durchgespielt, die mir so spontan einfielen. Es blieb dabei: Keine Verbindung.

Nach einigem Suchen habe ich dann einen Hinweis entdeckt, dass u.U. der Treiber einen an der Mamel haben könnte. Nun probieren wir also auch noch mal einen neuen Treiber aus, schaden kann es ja nicht 😉

Treiber neu herunterladen und entpacken:

Shell #> wget http://myplugbox.com/rtl8188C_8192C_usb_linux_v3.4.3_4369.20120622.tar.gz
Shell #> tar xzf rtl8188C_8192C_usb_linux_v3.4.3_4369.20120622.tar.gz

Dann das Makefile anpassen. Im Original steht die Kernelversion fest eingetragen drin. Millerweile haben wir schon einen deutlich neueren Kernel, also die Zeile angepasst:

KVER von 3.1.9-10-ARCH+ (oder welche Version auch immer)
auf
KVER := $(shell uname -r)

ändern. Hiermit wird nun die Version in einer Variablen ausgelesen und muss bei neuen Kernelversionen nicht wieder manuell angepasst werden.

Shell #> make ARCH=arm
Shell #> cp 8192cu.ko /usr/lib/modules/extramodules-3.1-ARCH/ (kann abweichen)
Shell #> depmod -a

Nun alle alten Treiber (rl8192cu und so weiter) mit rmmmod rauswerfen. Keiner sollte mehr aufgeführt werden, der sich für den USB WLAN Stick zuständig fühlt.

Danach den neuen Treiber laden:

Shell #> modprobe 8192cu

lsmod zeigt den nun an:

Module Size Used by
8192cu 518749 0


Dann kann wpa_supplicant erneut aufgerufen werden. Und siehe da. Der USB WLAN Stick verbindet sich ganz brav mit dem AP. Über WPA2, wie es sein sollte.

Damit nun noch eine IP auf dem Interface ist kann man einen DHCP Client starten oder die IP fest vergeben. Wir bedienen uns des DHCP Servers:

Shell #> sudo dhcpcd wlan0
dhcpcd[2525]: version 5.6.3 starting
dhcpcd[2525]: wlan0: sending IPv6 Router Solicitation
dhcpcd[2525]: wlan0: rebinding lease of 192.168.179.23
dhcpcd[2525]: wlan0: Router Advertisement from 0000::111:2222:3333:4444
dhcpcd[2525]: wlan0: did not fork due to an absent RDNSS option in the RA
dhcpcd[2525]: wlan0: 0000::111:2222:3333:4444: expired default Router
dhcpcd[2525]: wlan0: acknowledged 192.168.179.23 from 192.168.179.1
dhcpcd[2525]: wlan0: checking for 192.168.179.23
dhcpcd[2525]: wlan0: leased 192.168.179.23 for 864000 seconds
dhcpcd[2525]: forked to background, child pid 2579

Damit nach dem Reboot die richtigen Kernelmodule gestartet werden (also das neue, nicht die alten Module) werden die alten Module geblacklisted. Hierzu legen wir in /etc/modprobe.d/ die Datei blacklist.conf an. Inhalt der Datei /etc/modprobe.d/blacklist.conf sind die „verbotenen“ Module:

blacklist rtl8192cu
blacklist rtl8192c_common
blacklist rfkill

Verbunden? Nun erhalten wir von iwconfig auch eine Info zur WLAN Verbindung:


Shell #> iwconfig wlan0
wlan0 IEEE 802.11bgn ESSID:"WLANNETZ" Nickname:""
Mode:Managed Frequency:2.467 GHz Access Point: 00:11:22:33:44:55
Bit Rate:150 Mb/s Sensitivity:0/0
Retry:off RTS thr:off Fragment thr:off
Power Management:off
Link Quality=100/100 Signal level=98/100 Noise level=0/100
Rx invalid nwid:0 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0
Tx excessive retries:0 Invalid misc:0 Missed beacon:0


Und auch did Anzeige der erkannten Netzwerk mit iwlist wlan0 scanning ist nun erfolgreich.

Links
http://www.realtek.com.tw/downloads/downloadsView.aspx?Langid=1&PNid=48&PFid=48&Level=5&Conn=4&DownTypeID=3&GetDown=false&Downloads=true#RTL8188CUS
http://myplugbox.com/rtl8188C_8192C_usb_linux_v3.4.3_4369.20120622.tar.gz
https://github.com/dvdhrm/rt8192cu
https://www.archlinux.org/news/changes-to-module-blacklisting/
http://archlinuxarm.org/forum/viewtopic.php?f=6&t=3186&hilit=8192cu#p18895

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Ein Kommentar zu Pogoplug – WLAN USB Stick Edimax EW-7811Un (150n) nano und WPA2 Probleme

  1. C.J.B @ rotzoll.net sagt:

    Hi,

    auch noch 2018 ist die Treiberunterstützung für die verkauften 9€ WLAN Stick nicht weit her zu sein. Ich probiere auf Arch Linux in einer Test-Umgebung in einem kurzen Zyklus(nagelt micht nicht fest aber irgendwas zwischen einer halben Minute und einer Minute) einen Access Point aufzusetzen mit hostapd. Obwohl alle On ist kommt kann dieser nicht zuverlässig gefunden werden. Jedes Mal mit anderen SSID etc. klappt halt nicht immer.

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