Die Trennung von Kirche und Staat – Bäderregelung und Sonntagsöffnungszeiten

Schon seit Jahren muss man immer wieder feststellen, dass Entscheidungen in und für Deutschland noch immer von der Kirche manipuliert werden. Eine Sonntagsöffnung wird immer wieder von der Kirche unterbunden. Warum? In anderen Ländern funktioniert das doch auch?

Die Trennung von Kirche und Staat – In Deutschland wohl eher nicht

Die liebe Kirche genießt in Deutschland noch immer Privilegien. So wird vom Staat direkt von jedem Kirchenmitglied die Kirchensteuer von der Lohnzahlung eingezogen und an die Kirchen abgeführt. Schön für die Kirche, sparen diese sich damit doch das Inkasso säumiger „Schäfchen“ und haben eine geregelten Geldzufluss. Wenn denn nun der Staat für diese Dienstleistung einen Betrag von vll. 15% Provision einbehalten würde, würde ich es verstehen. Kostenfrei für den Empfänger und von allen Steuerzahlern getragen wird eine Dienstleistung erbracht.
Viel schlimmer erscheint mir allerdings die Tatsache, dass sich noch immer die Kirche gegen eine Aufhebung des Sonntagsöffnungsverbots durchsetzen kann. Nun hat es die Kirche mal wieder geschafft, dass in Schleswig-Holstein die Bäderregelung (welche Ausnahmen in Touristenorten erlaubten und (Lebensmittel-)Geschäfte öffnen durften) wieder eingeschränkt wurde. Statt langsam mal dieses überflüssige Sonntagsöffnungsverbot gänzlich zu kippen und eine Ladenöffnung von 24/7 zu erlauben kann die Kirche wieder einen Erfolg vorweisen.

Was soll das bitte bringen? Den Familienzusammenhalt verbessern? Schutz der Arbeiter?
Weder wird es für Familien entspannter, wenn alle Familien an einem Sonnabend zu einem großen Einkaufs- oder Möbelladen laufen und sich auf den gemeinsamen Wochenend-Familien-Einkaufstag zwängen. Noch wird der Schutz der Arbeiter verbessert. Lohndumping, Zeitarbeit und andere Probleme bleiben weiter unberührt.

Einstellungsvoraussetzung – Gleichstellung und Diskriminierungsverbot

Ein weiterer Punkt (der im allgemeinen Widerspruch zur sonst üblichen Handhabe einer Gleichbehandlung steht) ist die Möglichkeit der Kirche, eine Einstellung in eine kirchliche Einrichtung (kirchliche Kindergärten, Krankenhäuser, Banken) mit der Vorgabe zu setzen, dass die einzustellende Person Mitglied der Glaubensgemeinschaft ist.
Widerspricht dieses nicht ganz stark dem Diskriminierungsverbot? Keiner soll/ darf auf Grund seiner Herkunft, Geschlecht, Religion benachteiligt werden? Und was macht die Kirche hier? Die fordert eine Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft und verweigert ansonsten den Arbeitsplatz.
Eindeutig ist das eine Diskriminierung.

Ob man es in Deutschland noch mal erleben wird, dass die Kirche als Glaubensgemeinschaft geduldet wird, sich aber nicht in staatliche Angelegenheiten einmischen kann und darf? Also die wirkliche Trennung von Staat und Kirche…
Wie schön es doch ist, egal zu welcher Zeit, zu welchem Tag einkaufen gehen zu können. Ein Hoch auf die Amis.

http://www.kn-online.de/Schleswig-Holstein/Landespolitik/Sonntagsverkauf-wird-eingeschraenkt
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskriminierungsverbot

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