Trinity Electric Vehicles: Elektroroller Neptun 4.0 – schicker Elektro-(Motor-)Roller – bescheidener katastrophaler Kundenservice

Elektromobilität ist eine schicke Sache. Leises und abgasfreies Fahren. Und natürlich ein netter Anzug des Motors.
Die Auswahl der Hersteller (oder Vertreiber) in Deutschland ist noch recht überschaubar. Es gibt einige seit Jahren bekannte Markenhersteller, neuere Startups und natürlich die Chinaimporte. Die Preisspannen gehen hier auch weit auseinander, sind aber aktuell noch (deutlich) teurer als die knatternden und stinkenden Pendants mit Verbrennungsmotor. Der Aufpreis auch für die „neue“ Art der Fortbewegung.
Auf der Suche nach einem Roller eines deutschen Herstellers (oder zumindest Händlers) bin ich auf den „Hersteller“ Trinity Electric Vehicles GmbH aus Meinersen bei Hannover gestoßen. Das Angebot der dort verfügbaren Roller reicht von 25Km/h über 45Km/h bis hin zu 75Km/h schnellen Varianten, mit kleineren, mittleren und großen Motoren.

Nach einigen Überlegungen entschied ich mich im Dezember 2016 für die Online-Bestellung eines 45Km/h Rollers „Neptun 4.0“. Laut Anzeige im Shop verfügbar ab Lager.
Somit sollte also eine kurze Lieferzeit gegeben sein. Sollte man meinen. Schließlich bedeutet „verfügbar ab Lager“ für einen Kunden, dass dieses Lager wohl in Deutschland ist, dort der Roller vorrätig und zeitnah per Spedition geliefert werden sollte.
Im Dezember 2016 wurde noch das Geld für Roller inkl. zweier Schnellladegerät sowie Transport (160 Euro zusätzlich) überwiesen. Einer zeitnahen Lieferung stand also nichts im Wege. Eine Bestellbestätigung gab es ja schließlich auch.
Es dauerte dann. Ein, zwei, drei Wochen. Es ging in den Bereich, wo es deutlich zu lang war. Und einen Termin gab es auch noch nicht. Eine Mitteilung an den Kunden blieb ebenfalls aus. Also nachgefragt. Per Mail gab es dann die Aussage, der Roller sei im Container aus China unterwegs (wir vergleichen oben: „liederbar ab Lager“), würde in den nächsten Tagen ankommen, dann ginge die Auslieferung los.
Gut. Man ist ja entspannt, nimmt das so hin und lässt sich vertrösten.
Wieder vergeht einige Zeit. Wieder keine Informationen, kein Liefertermin. Nichts. Erneut fragt man als Kunde aktiv nach. Liefertermin sei nun der April. „Verfügbar ab Lager“. Direkt bezahlt.
Gut. Also übt man sich weiter Geduld.
Im April 2017, man fragt als Kunde erneut nach (da es ja sonst leider sehr still bleibt): Es hätten sich Änderungen ergeben. Es dauert nun noch 6-8 Wochen länger. „Verfügbar ab Lager“. Im Dezember 2016 bestellt und direkt bezahlt……
Das war dann nun der Punkt, an dem es so nicht weiter ging. Man hätte natürlich schon viele Wochen vorher den Lieferanten mit Fristsetzung unter Lieferverzug setzen können, da war man aber noch zu geduldig und hatte (wofür eigentlich?) Verständnis. Ich schlug also vor, dass mir ein Leihroller zur Verfügung gestellt wird bis der eigentliche Roller geliefert wird. Sollen ja „nur“ 6-8 Wochen sein. Etwas zaghaft und scheinbar nicht voll überzeugt ob meines Vorschlages ging Trinity auf meinen Vorschlag ein. Mir wurde Ende April 2017 ein Roller geliefert. Soweit also erstmal die Möglichkeit, sich mit einem (wenn auch kleineren, leistungsschwächeren und mit weniger Reichweite) Roller zu bewegen. Ein schönes Fahren. Leise. Geruchslos. Einfach nett.
Aber natürlich ist auch immer Schatten, wo Licht ist. Eine Änderung gegenüber dem bestellten Roller: Die Ladung des Akkus (der fest verbaut ist) geht nur mit einem Ladegerät, welches direkt an den Roller angeschlossen wird. Man kann den Akku also nicht rausnehmen und im Haus laden sondern muss ein Kabel zum Roller legen. Aber auch das nimmt man hin, ist ja nur für kurze Zeit. „Lieferbar ab Lager.“
Zwei Monate später, Ende Juni 2017: Das Ladegerät lädt nicht mehr. Es streikt einfach. Also Trinity kontaktiert und um Zusendung eines Ersatzgerätes gebeten. Leider daurte auch das drei Tage. Aber immerhin. Es gab ein Ersatzladegerät. Leider eines, welches auch einen Defekt hatte. Es lädt den Akku nicht voll, schaltet viel zu früh den Ladeprpzess ab. Damit verringerte sich die Reichweite abermals. Ein paar Tage später, mittlerweile ist es Anfang Juli, soll mir ein Ersatzgerät zugeschickt werden. Das dauert dann auch wieder, es ist Ende Juli 2017. Mehrfach fragt man nach, läuft Trinity hinterher, keine Reaktion, kein aktives Kommunizieren durch Trinity, keine Lieferung. Und vor allem: Keinerlei Entschuldigung für dieses Kommunikations-Service-Desaster. Und weiterhin keine verlässlichen Aussagen zur Lieferung des bestellten Rollers.

Aber, oh Wunder, Mitte/ Ende August 2017: Es wird tatsächlich der Roller geliefert. Nach nur 8 Monaten Wartezeit, zig Mails und Hinterherlaufen wird der Roller (leider auch nur der Roller inkl. einem normalen Ladegerät) geliefert. Es fehlen die bestellten und bezahlten Schnellladegeräte. Man muss sich bekannterweise in Geduld üben und hinterherlaufen, dann wird das schon. Man kennt es ja schon………
Und siehe da, Ende Oktober 2017 erhält man dann die Mitteilung, dass die Ladegeräte wohl binnen zwei Wochen da sein sollten. Und tatsächlich werden diese Anfang November 2017 geliefert. Nun tun wir mal überrascht: Unvollständig. Zwar kommen die Ladegeräte an, es fehlen den Ladegeräten allerdings die benötigten Adapterkabel, um den Akku direkt am Ladegerät laden zu können. Nur mit dem Ladegerät und dem daran befindlichen Ladekabel ist die Ladung nur direkt am Roller möglich. Also wieder Stromkabel zum Roller legen, Ladegerät am Roller und Strom anschließen und laden. Oder jeweils das Adapterkabel dabei haben.
Gleichzeitig stellt sich allerdings auch heraus, dass der Tacho Feuchtigkeit anzieht. Er beschlägt von innen, Kondenswasser und kleine Tropfen bilden sich. Ist sicherlich bei einem Gerät, was sowohl mit Strom betrieben als auch im Freien steht bzw. genutzt wird eine klasse Idee.

Nachfrage bei Trinity:
Das sei ein bekanntes Problem. Allerdings gäbe es derzeit keine Lösung dafür, der Tacho ist, wie er ist. Und (vielleicht, unter Umständen) gibt es mal einen anderen Tacho, der dieses Problem nicht mehr hat.

Ende Dezember 2017: Da ich den Roller ganzjährig nutze bin ich auch im Dezember unterwegs. Nicht ungewöhnlich wie ich finde, macht man mit Fahrrädern, Autos usw. ja auch.
Bei einer Fahrt fängt es allerdings an, zu ruckeln und zu zuckeln. Der Roller nimmt kein „Gas“ mehr an, wird langsamer und bleibt stehen. Super. Voller Akku und man steht. Keine Reaktion. Aus- und wieder Einschalten bringt keine Abhilfe. Akku vom Kabel trennen, wieder anschließen. Keine Reaktion. Nach rund 10 Minuten zuckt er doch wieder. Etwas. Ein paar Meter schafft er, wieder Stillstand.
Schlussendlich mehrfaches Liegenbleiben, kein Antrieb, dann doch wieder etwas, wieder Stehenbleiben.

Anruf bei Trinity. Man landet bei dem Geschäftsführer Herrn Richert. Er vermute, dass vielleicht ein kleines Kabel am Controller locker sein könnte. Das könnte man versuchen, selber zu lösen. Oder in eine Vertragswerkstatt. Richtig. Ende Dezember, nur wenige Tage vor den Feiertagen. Werkstatt aufsuchen. Also habe ich mich dazu entschieden, das selber zu prüfen. Man verspricht mir, Fotos und Anleitung zuzusenden. Dass es eilt, muss ich ja nicht erwähnen, oder?
Zwei Stunden später erneuter Anruf bei Herrn Richert. Fotos und Anleitung würde er gleich (aber nun auch wirklich, versprochen) zusenden.
Zwei Stunden später: Wieder versuche ich nachzufragen, was mit der Mail ist. Keine Anrufannahme, keine Rückmeldung auf Nachricht auf Mailbox. Keine Reaktion auf eine SMS.
Erst am nächsten Tage erhalte ich endlich die Kurzanleitung und vier, fünf Bilder.
Eine Sichtung der Steckkontakte bringt leider keine Problemlösung. Stecker sitzen augenscheinlich fest. Keine Auffälligkeit zu erkennen. Aber immerhin, ein Tag drauf funktioniert der Roller auf wundersame Weise wieder. Unbefriedigend, da ich doch eine Problemursache und vor allem Lösung hierzu hätte. Magische Selbstheilung ist absolut unschön. Wenn man damit unterwegs ist will (und muss) man sich drauf verlassen, dass er fährt. Schließlich ist es nicht ganz einfach, den Roller im Falle des Falles nach Hause zu bekommen. Und in der Pampa stehen lassen kann man solch einen Roller auch nicht.

Immerhin konnte ich froh sein, dass es keinen langen, sehr kalten Winter gab. Warum?
Die Schnellladegeräte haben scheinbar ein Problem damit, einen kalten Akku zu laden. Und mit kalt ist eine Nachttemperatur von knapp 3 Grad unter Null (was ja nicht wirklich viel ist) gemeint. Schließt man den Akku ans Ladegerät an, fängt dieses auch an, den Akku laden zu wollen. Und bricht nach rund einer Minute den Vorgang wieder ab, lädt den Akku nicht. Auch nicht, wenn dieser am Ladegerät verbleibt, sich erwärmt. Es signalisiert einem sogar durch Blinken der grünen LED einen erfolgreichen Ladevorgang und einen vollen Akku. Dumm, wenn man dann den Akku nutzen muss, dieser für die geplante Strecke nicht reicht.
Das Standard-Ladegerät hingegen hat kein Problem mit dem „kalten“ Akku und lädt diesen, wenn auch mit deutlich geringerer Leistung als das Schnellladegerät, wieder auf.

Ende Januar 2018 (genauer der 24.01.2018), : Erneut will der Roller nicht. Diesmal (Gott sei Dank) direkt vor der Haustür. Man muss ihn also nicht erst aufwändig nach Hause bekommen sondern kann ihn gleich stehen lassen.
Kontaktaufnahme zu Trinity mit dem Vorschlag, doch einen Techniker von Trinity herzuschicken, der die Fehlerquelle analysieren und beheben soll. Scheint ja unter Umständen ein Problem zu sein, welches andere Roller ebenfalls haben können. Und um diesen Fehler zu finden und zu beheben ist es sinnvoller, direkt einen Mitarbeiter von Trinity am Roller werkeln zu lassen als eine Werkstatt, die im Zweifelsfalle auch keine Ersatzteile (speziell den Controller oder Sensoren) vorrätig hat, diese erstmal bestellen muss, sich das alles in die Länge zieht.

Man darf nun wetten, wie es weiter geht: Richtig. Wieder viel Schweigen. Keine Bemühungen seitens Trinity nach diesen ein, zwei winzigen „Startschwierigkeiten“ den Kunden endlich mal vom Service zu überzeugen. Kein aktives und kundenfreundliches Kommunizieren, keine Kontaktaufnahmen.
Man fragt also erneut nach. Es wird dann zugesichert, dass sich der GF persönlich Anfang der kommenden Woche (man darf also wieder mehrere Tage Stillstand erwarten) melden wird, um einen Technikertermin zu vereinbaren.

Anfang der Woche ist nun auch vorbei, es ist über eine Woche später. Und natürlich gab es keinen Anruf, keine Mail, keine Kontaktaufnahme durch Trinity. Und das, wo der Roller eigentlich nicht zu nutzen ist und still steht.

Gott sei Dank gab es auch diesmal wieder eine magische Selbstheilung. Allerdings ist es absolut nicht hinnehmbar, dass dieses scheinbar immer mal wieder passiert.
Und es muss Abhilfe geschaffen werden. Wann das passiert, steht allerdings in den (Trinity-)Sternen…..

Ein anderer Kracher: Die technischen Daten des Rollers, den ich bestellt habe haben sich im ersten Halbjahr 2017 geändert. Meiner wurde mit einer versprochenen Laufleistung von mindestens 75 Kilometern im Shop beworben. Den habe ich auch so gekauft. Die schafft er aber überhaupt gar nicht, kommt nicht einmal auch nur in die Nähe. Mit vollem Akku wird die Reichweite laut Tacho mit 55 Kilometern angegeben. Das ist ein beachtlicher Unterschied. Auf mein Hinweis hierzu wurde ich mit der Ausrede konfrontiert, dass die Reichweite ja von Gewicht, Geschwindigkeit, Fahrstil usw. abhängig ist.

Ja, das ist vollkommen klar. Wie ich aber nachweisen konnte, habe ich einen Roller mit einem großen Akku bestellt. Die Akkukapazität wurde im ersten Halbjahr 2017 reduziert, auf der Webseite dieses bei den neuen Modellen nachgepflegt. Aber bestellt und bezahlt sind 75 KM Reichweite. Sogar mindestens. Geliefert wurde allerdings ein Akku mit einer Kapazität von 28AH (was eine ungefähre Reichweite von nur 55KM ergibt, je nach Fahrstil)….

Es läuft nun darauf hinaus, dass es vor Ablauf der Garantie eine Fristsetzung zur Mangelbeseitigung geben wird. Andernfalls wird es auf Rückabwicklung hinauslaufen. Man hat ja nun extra einen deutschen „Hersteller“ (der auch nur Chinaimporte macht) gewählt, um genau sowas nicht zu haben. Und man zahlt für solch einen Roller auch viel Geld. Wenn man also die Summe der absolut unverständlichen Lieferverzögerung, der technischen Probleme und dann noch die falsche Akkukapazität betrachtet ist der Roller zu dem Preis eine Frechheit. Und die Entscheidung für einen deutschen „Hersteller“/ Händler scheint in diesem Falle auch keinen Erfolg zu bringen.
Aktuell scheint das Interesesse wohl eher dahin zu gehen, die Webseite bunter und moderner zu gestalten. Daran wurde wieder kräftig gearbeitet. Am Service leider überhaupt nicht.

Sollte sich jemand ebenfalls auf die Suche nach einem E-Roller in Deutschland gemacht haben, sich ebenfalls in Foren informiert haben und dort über die von Trinity immer wieder geschriebenen Inhalte stolpern sollte man sich nicht unbedingt davon blenden lassen. Eine Firma zeigt meist erst, wie gut sie ist wenn es Probleme gibt. Und dann muss man diese Probleme schnell und für den Kunden zufriedenstellend lösen. Und das kann und macht Trinity leider absolut überhaupt nicht. Im Gegenteil, man wird vertröstet, erhält keinerlei Informationen, muss selber hinterherlaufen und Infos einfordern. Katastrophal. Und das, obwohl ich wirklich, wirklich lange Geduld gezeigt habe, viel Verständnis aufgebracht habe und mich viel zu lange habe hinhalten lassen.

In Anbetracht dieser Geschichte ist es schon ganz „witzig“, dass ich von Trinity gefragt wurde, ob ich einem potentiellen Kunden in Kiel meinen Roller für eine Probefahrt zur Verfügung stellen würde.
Natürlich würde ich das. Aber natürlich erst, wenn eine Lösung aller Probleme gegeben ist. Alternativ kann sich der mögliche Kunde natürlich auch über den „Service“ von Trinity vor seiner Kaufentscheidung informieren. Ich habe ja (leider) ein paar Punkte zu erzählen….

Update 10.02.2018
Mittlerweile sind 2,5 Wochen vergangen. Reaktion von Trinity: Nichts.
Genau so stellt man sich Kundenservice vor. Einfach aussitzen, totschweigen und sich nicht um die Problemlösung kümmern…
Hätte ich genau sowas gewollt, hätte ich mir selber einen Chinabomber importieren können. Aber genau aus diesem Grunde habe ich mich für einen deutschen „Hersteller“/ Händler entschieden, dem, so dachte ich, mehr an seinem Ruf gelegen sein sollte…

Update 11.02.2018
Am heutigen Sonntag wollte man wieder mit dem Roller los. Wollte. Pustekuchen.
Das bekannte Spiel greift mal wieder. Nichts geht. Akku voll. „Gashebel“ nimmt kein „Gas“ an, Motor bewegt sich nicht.
Passenderweise habe ich heute abend die Info erhalten, dass sich in den nächsten Tagen jemand von Trinity melden wird, um eine Abholung zu vereinbaren. Der Roller solle in der Werkstatt bei Trinity repariert werden. Ich habe den aktuellen Ausfall mitgeteilt. Warten wir ab…..

Update 13.02.2018
Heute sind zwei kleine Wunder passiert. Ich habe vormittags einen Anruf von Herrn Richert erhalten, dass der Roller im Laufe des Nachmittages abgeholt würde. Am Freitag dieser Woche, spätestens am Sonnabend würde er zurückgebracht werden. Sonnabend. Spätestens.
Und tatsächlich kommt nachmittags ein Mitarbeiter mit Transporter und holt den Roller. Immerhin. Der ist also schon mal auf dem Weg zur Reparatur.

Update 16.02.2018
Heute ist Freitag, später Nachmittag. Bisher habe ich noch keine Info, wann der Roller kommt. Ich rechne nicht damit, dass es heute klappt….. wäre schon sehr spät. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Und er solle ja auch bis spätestens morgen geliefert werden. Also alles im Zeitrahmen.

Update 17.02.2018
Der Tag war schon fast vorbei, ohne dass ich einen Roller oder zumindest einen Anruf erhalten habe. Also per Mail nachmittags nachgefragt, wann der Roller nun geliefert werde.
Rückruf von Herrn Richert erhalten. Heute werde es nichts mehr. Aber morgen. Dann aber wirklich. Gegen mittag.

Update 18.02.2018
Halleluja. Mittags einen Anruf erhalten vom Fahrer. Er sei unterwegs. Und tatsächlich wird der Roller angeliefert.
Angeschaltet. Läuft. Räder drehen. Alles fein.

Mag man denken.
Nachmittags noch eine Probefahrt (ja, ich hätte diese vielleicht gleich machen sollen) gemacht. Ernüchterndes Ergebnis dieser Testfahrt: Der Roller fährt. Aner leider mit massiv verringerter Leistung, speziell beim Anfahren und an Steigungen. In Bildern gesprochen: Eine 80jährige mit Rollator kann einen an der Ampel überholen.
Dieses per Mail an Herrn Richert gemailt. Schauen wir mal.

Update 20.02.2018
Anruf Herr Richert. Eigentlich könne man sich das nicht erklären. Sei der gleiche Controller und das gleiche Profil. Es müsste dann von einem Monteur noch mal geprüft und getauscht werden. Diese Woche, spätestens nächste Woche würde der Termin stattfinden. Eher nächste.

Gut warten wir ab. Habe ja Geduld.

Update 06.03.2018
Nachdem vorletzte und letzte Woche weder ein Anruf, noch eine Mail noch ein Monteur kamen habe ich heute morgen mal wieder eine Mail geschickt. Und mittags einen Anruf erhalten, dass nun morgen, am Mittwoch der Monteur käme. Einmal den Controller tauschen und eine Probefahrt für einen Reichweitentest.

Wir sind gespannt (wirklich?).

Update 07.03.2018
Mittags ein Anruf vom Monteur. Er stecke noch im Stau, käme 1-2h später.
Und er kam. Roller auseinander genommen, Controller getauscht, Profil geprüft. TESTFAHRT diesmal gleich gemacht. Siehe da. Läuft. Roller hat wieder den Anzug, den er haben soll. Die Oma bleibt an der Ampel stehen, man kommt vom Fleck und rollt nicht rückwärts. Alles gut. Die Reichweitentestfahrt musste dann ausfallen. Ich musste noch weg, brauchte dafür sowohl vollen Akku als auch den Roller. Also wurde das erstmal verschoben. Aber er läuft ja. Das ist ja schon mal ganz gut.

Wirklich alles gut?
Nein. Leider nicht. eine halbe bis dreiviertel Stunde später musste ich dann los. Also rauf auf den Hobel und an. Licht geht an, Tacho geht an. Motor: Nix. Wieder das gleiche Problem, wie schon bekannt. Keine Reaktion des Motors. Und das, wo der Roller gerade mal maximal eine dreiviertel Stunde stand. Trocken im Carport.

Dieses per Mail Herrn Richert mitgeteilt. Halbe Stunde später gab es einen ungläubigen Rückruf. Morgen wollen wir telefonisch noch mal besprechen, wie wir hier nun weiter verfahren.

19.03.2018
Prompt, schnell und ohne Nachfragen (finde den Fehler) wurde der Roller erst am Montag, den 19.03.2018 abgeholt. Wann dieser zurückgeliefert wird, steht noch in den Sternen….

25.03.2018
Bisher gibt es noch keinen Termin für eine Rücklieferung. Ein Tausch, sofern nötig, von ein paar Sensoren oder dem Controller sollte binnen weniger Stunden erledigt sein. Seit nunmehr einer Woche ist der Roller bei Trinity.
Eine Info, was mit dem ist, was gemacht wurde und vor allem, wann er wieder nutzbar zurück kommt, ist bisher nicht erfolgt. Zwei Anfragen über einen Liefertermin sind bisher unbeantwortet.
Langsam zweifel ich an meinem Verständnis für Kundenservice. Es darf mal ein Problem geben, ohne Frage. Und wenn ich ein Montagsmodell erwischt haben sollte, auch vertretbar. Aber man muss doch alle Hebel in Bewegung setzen, um das Problem schnellstmöglich zur Kundenzufriedenheit zu lösen. Oder in ich da etwas zu leichtgläubig…?

27.03.2018
Nachdem tagelang keine Antworten auf Nachfragen per eMail kamen am 27.03.2018 ein Anruf von Herrn Richert (GF). Sie hätten wirklich alles gemacht. Aber der Roller würde nicht so zuverlässig laufen, wie er soll. Es würde immer wieder zu den Aussetzern kommen. Er sähe nun wohl nur die Rückabwicklung. Nachmittags soll ich eine eMail mit mehr Infos erhalten.

Tatsächlich. Ich erhalte eine eMail. Angeblich sei alles getauscht worden, sie könnten nichts mehr machen. Es gäbe nun zwei Vorschläge, die für mich beide absolut inakzeptabel sind. Man würde eine Rückabwicklung anbieten. Frecherweise kommt Trinity nicht einmal auf die Idee, den vollen Kaufpreis erstatten zu wollen sondern zieht einen nicht unerheblichen Wert für einige Kilometer Laufleistung ab.
Oder man würde einen Uranus Roller liefern. Leider ist auch dieser Vorschlag inakzeptabel. Der Uranus hat nur eine Leistung von 3kW. Der Neptun ist mit 4kW gekauft worden. Also ein doch erheblicher und sicherlich auch im täglichen Nutzungsbereich merkbarer Leistungsunterschied. Also als Vorschlag nicht wirklich annehmbar.
Schaut man sich mal die Seite von Trinity an, so gibt es aktuell den Neptun (Modell 2017) nur noch mit 3kW. Den Neptun R jedoch mit 4kW, allerdings als 75KM/h Ausführung.
Diese Geschwindigkeit lässt sich jedoch über die Software in wenigen Minuten auf 45KM/h einstellen. Damit wäre der Roller eine Alternative.
Dieses habe ich Herrn Richert vorgeschlagen. Zwei Tage später erhalte ich eine Absage, das er dieses ja nicht machen könne. Einen neuen Roller gegen einen schon genutzten eintauschen ginge ja nicht.
Gut, dann gibt es ja nur die Variante, dass mir der Roller nun endlich voll funktionsfähig und mängelfrei geliefert wird. Und selbstverständlich auch mit der versprochenen Leistung von mindestens 75KM Reichweite. Im ersten Ansatz ist also der Akku zu tauschen. Die gelieferten 28Ah sind gegen den gekauften 35Ah Akku zu ersetzen. Dass dieser Akku schon rein rechnerisch aus der bisherigen Erfahrung auch die zugesicherten 75 Kilometer Reichweite nicht schaffen kann, ist klar. Vor einigen Wochen hatte ich von einem Mitarbeiter von Trinity mal die Zusage, einen zweiten 28Ah Akku zu erhalten, um diese Zusage zu erfüllen. Dieses würde von Herrn Richert wiederum danach widerrufen. Und mit einer damals in der FAQ aufgeführten Beschreibung, wie die Laufleistung bestimmt wurde, begründet.
Diese Laufleistungsberechnung ist aber nicht in der Leistungsbeschreibung aufgeführt noch wurde bei der in den technischen Daten angegebenen Reichweitenangabe mit Sternchen oder ähnlichem im Kleingedruckten auf dieses hingewiesen. Folglich ist irgendwas in den FAQ in diesem Falle absolut irrelevant. Vertragsbestandteil ist hierbei einzig und allein die in den technischen Daten angegebene Reichweiterenangabe von mindestens 75KM. Und wenn man mindestens verspricht, so muss man dieses auch erfüllen. Also auch voll beladen mit Wind von vorne, mit einer Steigung und unter Vollgas.

01.04.2018
Nächste Woche soll angeblich der reparierte Roller kommen. Ich bin sehr gespannt. Eigentlich kann es kein Problem sein, diesen zu reparieren. Es gibt einen Elektromotor im Hinterrad. Es gibt ein paar Sensoren (Bremse, Seitenständer). Einen Controller und dazu ein paar Kabelstränge. Alles ist auf einem Stahlrohrrahmen aufgebaut und mit viel Plastikverkleidung zu einem Roller zusammengesetzt. Wenn man nun (angeblich) alles getauscht hat, muss der Fehler behoben sein. Es gibt keine verbrennertypischen Probleme wie Zündaussetzer, Ölverlust, Probleme mit Einspritzungen oder oder oder. Die Technik ist eigentlich viel einfacher aufgebaut. Und, sofern alles (also auch die Kabelbäume) getauscht wurde, repariert.

Was nun einfacher gewesen wäre, muss Trinity wissen. Einen Ersatzroller aus dem Lager an den Kunden ausliefern, um diesen endlich zufrieden zu stellen und das Problem schnell zu lösen, wäre sicher eine Variante gewesen. Dann hätte man lange den Fehler suchen und beheben können.
Der entstandene Aufwand, Rufschaden (das hier kann man ja nun nicht als Werbung verstehen), die vielen Fahrten usw. sind sicher auch einige Euro. Was nun billiger ist, muss Herr Richert wissen und entscheiden.
Für mich ist allerdings nun der Punkt überschritten, nett zu sein. Alle weitere Kommunikation wird nun nur noch schriftlich geführt. Dieses wird man vermutlich demnächst noch gebrauchen können, wenn es in die nächste Ebene geht. Dann werden auch andere zu entscheiden haben, was eine zugesicherte Eigenschaft ist, inwiefern ein FAQ Beitrag hierbei gültig ist.

Aber hier geht es aktuell wohl nur nach dem Motto: Schlechte Werbung ist auch Werbung.
ICH als potentieller Kunde eine Trinity Rollers würde mir nach der obigen Zusammenfassung wirklich drei Mal überlegen, ob ich einen solchen kaufen wollen würde……

04.04.2018
Seit nunmehr vier Wochen ist Trinity bekannt, dass der Roller nicht mehr funktioniert. Tja. Und was soll ich sagen? Seit einigen Tagen habe ich nichts mehr von Trinity gehört.
Man kann ja auch nicht wirklich erwarten, dass das Problem zeitnah gelöst wird, der Roller endlich repariert und voll funktionsfähig zurück kommt……

05.04.2018
Halleluja. Ohne erneuter Hinterherlaufen habe ich eine Mail erhalten. In dieser wurde mir nun mitgeteilt, dass der Fehler (leider nicht angegeben, welcher) nun aber wirklich, echt und endgültig behoben wurde. Der Roller würde mir morgen, am Freitag zurück geliefert werden.

Damit sind über vier Wochen seit dem Ausfall vergangen, in denen der Roller nicht genutzt werden konnte. Ein wirklich trauriges Zeichen.

06.04.2018
Tatsächlich wurde der Roller wieder geliefert. Und derzeit funktioniert dieser auch. Was nun repariert wurde, ist leider nicht bekannt.
Man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben. Das hatte ich schon mal, dass er funktionierte. Es muss sich nun zeigen, inwiefern das auch dauerhaft Bestand hat.
Aber immerhin. Nach mehr als 4 Wochen kann ich endlich wieder mal rollern….

Nachwort
Lange habe ich überlegt, ob ich dieses überhaupt mal zusammenfassen und veröffentlichen mag. Ich bin von der Technik eines Elektrorollers überzeugt. Es gibt eigentlich keine bessere Fortbewegungsmöglichkeit. Wenn man dann allerdings die Forenkommentare von Trinity liest, kommt man doch ins Grübeln. Soll dort positive PR, Werbung gemacht werden? Oder ist bei mir einfach nur alles schief gelaufen, was schief gehen konnte und sprichwörtlich nichts mehr zu retten? Oder, und das befürchte ich, wird man bei Problemen auf der Strecke gelassen?
Wie man sich nun entscheidet, bleibt jedem selber überlassen. Ich würde allerdings auf Grund meiner bisherigen desaströsen Erfahrungen keinen Roller mehr von Trinity kaufen. Es gibt andere Hersteller, Unu, Vespa, Schwalbe usw., welche ebenfalls auf dem Markt sind. Und vermutlich ist denen mehr daran gelegen, etwaige Probleme, sollten denn welche auftreten, schnell zu lösen. Schließlich ist positives Image immer besser als negatives. Negative Erfahrungen sprechen sich deutlich mehr rum als positive. Und ich werde mit diesem Beitrag wohl nicht zu der positiven Seite gehören….
Und zusätzlich werde ich meine Erfahrungen, wie Trinity ihre „Werbung“ ebenfalls, meine Erfahrungen in Foren verbreiten.

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4 Antworten auf Trinity Electric Vehicles: Elektroroller Neptun 4.0 – schicker Elektro-(Motor-)Roller – bescheidener katastrophaler Kundenservice

  1. Marco sagt:

    Interessanter Lesestoff. Habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich habe meine Kaufentscheidung für den Trinity Neptun 4.0 auch Ende 2016 gefällt, und konnte durch den Kauf des Vorführmodells meines lokalen Händlers aber bereits im Februar 2017 die ersten Runden drehen. Eigentlich war ich auch sehr zufrieden, bis im Oktober 2017 plötzlich das von Dir erwähnte ruckeln begann. Das ging ein paar Tage so, der Roller fiel zunächst nicht komplett aus, sondern hatte nur kurze Ausfälle, bis ich dann mal an einer Ampel losfahren wollte und kein Mucks mehr ging. Nachdem ich den Roller nach Hause geschoben hatte, ging er an meinen Händler zurück, der die nächsten Monate damit verbrachte bei Trinity Ersatzteile zu bestellen. Mitte März 2018 hab ich ihn funktional zurückerhalten, allerdings nicht weil Trinity die Ersatzteile geliefert hatte, sondern weil ein anderer Roller als Ersatzteillager herhalten musste. Kern des Problems war wohl ein Controllerdefekt, denn nach dem Tausch des Controllers funktionierte mein Roller wieder perfekt. Die Ersatzteilsituation scheint jedenfalls desaströs zu sein. Da dauert es erst einmal sehr lange überhaupt welche zu bekommen, und wenn man dann welche bekommt, passen sie nicht oder haben einen falschen Stecker. Die Händler werden wohl auch hängen gelassen.
    Da jetzt das Neptun R Modell ausgeliefert wird, wird es wohl auch mit den Ersatzteilen fürs „alte“ Neptun Modell nicht besser werden.

    • rotzoll sagt:

      Für mich ist diese ganze Geschichte langsam nicht mehr nachvollziehbar.
      Ich habe wirklich sehr lange sehr viel Verständnis gezeigt. Als Kunde, der vorab viel Geld für einen angeblich ab Lager lieferbaren Roller zahlt und dann monatelang hinter Informationen und einem Liefertermin (Lieferung fast ein 3/4 Jahr nach Bezahlung!) hinterher laufen muss, war der Start schon schlecht.
      Dass nun allerdings nach diesen desaströsen Problemen kein großes Interesse seitens Trinity besteht, die Geschichte (auch für Trinity) zu einem vernünftigen Ende zu bekommen, ist nicht nachvollziehbar.

      Mittlerweile habe ich auch von anderen erfahren, die so ihre Problemchen (nicht in der Menge wie bei mir) haben oder hatten. Was Service angeht, ist Trinity leider absolut nicht zu empfehlen. Da hilft es auch nicht viel, einen Roller bei einem lokalen Händler zu erwerben. Der kann, wie bei dir, ohne Ersatzteile, auch nur sehr bedingt helfen.

      Es wird spannend, wie es nun die nächsten Wochen weiter geht…..

      Schade, Trinity.

      Gruß,
      Malte

  2. Steffen sagt:

    Hallo zusammen,
    Bis heute war ich entschlossen, den Neptun R neuestes Modell von Trinity zu bestellen.
    Aber die geschilderten Fakten zur Zuverlässigkeit und vor allem zum Service werden mich davon abhalten.
    Schade, dass weder Hersteller noch Händler bereit und in der Lage sind, Kunden zufrieden zu stellen. Auch ich bin vom E-Konzept bei Fahrzeugen überzeugt. Will auch etwas investieren für 60 oder 70 km/h und ausreichende Reichweite. Aber so auf keinen Fall.

    • rotzoll sagt:

      Moin,

      ich kann diese Entscheidung vollumfänglich nachvollziehen. Hätte ich damals während der Entscheidungsfindung solche Berichte gelesen, wäre ich sicher auch davon abgekommen.
      Liest man sich das als Außenstehender durch, kann man meinen, ich habe mir das ausgedacht oder übertreibe. Leider ist dem nicht so. Und bisher war ich wirklich sehr geduldig und hatte gehofft, diese Probleme endlich einvernehmlich zu lösen. Dem war wohl nicht so….

      Ist Trinity einfach überfordert mit Bestellungen und möglichen Problemen? Eigentlich müssten die defekte Roller an den Hersteller (nach China) zurückschicken können. Oder zumindest Zugriff auf Ersatzteile haben.
      Wenn man allerdings auch die Lieferzeit für die gleichzeitig mitbestellen Ladegeräte betrachtet vermute ich, dass dort einiges schief läuft. Wenn ich etwas in CN bestelle, so ist das binnen weniger Tage oder Wochen da. Nicht erst mehrere Monate später…

      Berichte mal, für welchen Roller(hersteller) du dich entschieden hast. Vielleicht hilft das anderen ebenfalls bei der Entscheidungsfindung.

      Gruß,
      Malte

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