Deutschland braucht mehr Deckel! Wasserpreisdeckel – Bierpreisdeckel – Papierpreisdeckel……

Seit Wochen und Monaten sind die Preise für fossile Brennstoffe gestiegen. Hierbei macht sich in Deutschland die Preis(an)bindung von Strom- an den Gaspreis negativ bemerkbar. Das Merit-Order Prinzip an der Leipziger Strombörse wirkt sich nun negativ auf den Strompreis aus. Dieser steigt ebenfalls, teilst absolut unnötig und nicht so, wie die Erzeugerpreise für Wind- und Sonnenstrom ihn drücken würden, wäre keine Gaspreisbindung bzw. Merit-Order vorhanden.
Jetzt wissen wir seit teils Jahrzehnten, dass fossile Brennstoffe für die Erzeugung von Strom und Wärme ungedingt und schnellstmöglich ersetzt werden müssen. Der Ausstoß von CO2 muss radikal reduziert werden. Da dieses Vorhaben seit vielen, vielen Jahren in Deutschland nicht konsequent angegangen wird, wird es von Tag zu Tag immer schwerer, auch nur annähernd an die zugesagten Klimaschutzziele nach dem Pariser Abkommen zu kommen. Hierzu müsste eine Regierung endlich einmal die „Eier“ haben, dieses konsequent anzugehen.
Leider ist das in Deutschland wohl eher nicht zu erwarten. Die „Regierung“ in Berlin wird leider nicht von den nötigen Aufgaben und Problemen der kommenden Jahre gelenkt sondern hört auf die, die in Deutschland über Lobbyarbeit ihre Meinung und Wünsche durchsetzen. Ein Großteil dieser Lobbyarbeit geschieht durch die Autoindustrie. Kein anderes Land auf der Welt ist so gelenkt von den Automobilherstellern und -lobbyisten wie Deutschland. Kein anderes Land ist so vernarrt in ihre Autos. Der Deutsche und sein Auto. Untrennbar vereint.

Dass in den letzten Jahren immer und immer wieder Milliarden Euro Steuergelder verbrannt und verschwendet wird, ist leider in diesem Land mehr als normal. Wir erinnern uns an die „Weltwirtschaftskrise“ 2008/ 2009. Um die Wirtschaft in Deutschland anzukurbeln wurden mehrere Milliarden in eine „Abwrackprämie“ verfeuert. Gute Autos, die teils noch einige Jahre hätten fahren können wurden einfach „abgewrackt“, entsorgt, damit einige tausend Euro für einen Neukauf zugeschossen wurden.
Welchen Effekt hat dieses auf das gesamte Land gehabt? Was hat dieses den schon damals bekannten nötigen Klimaschutzzielen und damit einer Abkehr vom Individualverkehr mit PKW gebracht? Was hat das Menschen gebracht, die sich nicht einfach mal aus der Portokasse ein neues Auto anschaffen konnten? Nichts. Rein gar nichts. Ein (kleiner) Teil der Gesellschaft wurde mit einigen Steuermilliarden unterstützt. Ein (großer) Teil der Gesellschaft hat nichts davon abbekommen, darf aber natürlich ebenfalls hierfür zahlen.

Nur wenige Jahre später dann der nächste Milliardenvernichtungsvorgang. Wieder werden Autokäufer bevorzugt. Diesmal unter dem Deckmantel, man möchte ja die CO2 sparenden KFZ fördern. Also werden, was möglicherweise sinnvoll ist, reine batterieelektrische KFZ (BEV) bezuschusst. Gleichfalls wurden allerdings auch, was schon damals als völlig kontraproduktiv bemängelt wurde, Hybrid-Fahrzeuge beim Kauf mit Steuergeldern bezuschusst. Das Hynrid-KFZ die schlechtesten Dinge aus zwei Welten kombinieren, ist weithin bekannt. Kleiner Autoakkus in Kombination mit kleineren Motoren in einem Auto. Damit wird der Spritverbrauch des Motors deutlich erhöht, das Fahren mit Akku bleibt uninteressant. Nicht ohne Grund war das allerdings für sehr viele Dienstwagenbesitzer, ein Grund zum Wechsel von reinem Verbrenner auf einen Hybriden. Die Besteuerung von Hybrid-KFZ nach der Dienstwagensteuer wurde von 1% auf 0,5% reduziert. Folglich wurden noch größere KFZ für viele interessant, da die Kosten auf der Lohnabrechnung gesenkt wurden. Und dass die Wagen mehr Sprit verbrauchten, war nebensächlich. Schließlich wird der Sprit (fast ausnahmslos) vom Arbeitgeber übernommen. Ob der Wagen dann 6, 7, 9 oder 12 Liter auf 100km braucht, ist dann egal. Geladen wird mit Hybriden fast gar nicht. Zu Hause müsste der eigene Strom hierfür genutzt (und damit gezahlt) werden. Oder es müsste ein extra Stromzähler installiert und mit dem Arbeitgeber verrechnet werden. Unnötiger Aufwand.
Die Förderung von Hybriden war somit absolut falsch und überhaupt nicht förderlich, die Straßen von Verbrennerautos zu befreien, Weder wurde hiermit der Ausstoß von CO2 (und dem ganzen anderen Dreck, der aus den Auspuffrohren kommt) verringert noch wurde der Autolärm (und ja, Lärm kann auch Menschen krank machen) hiermit gesenkt. Reine batterielektrische Autos sind hier derzeit und wohl auch für die nächsten Jahrzehnte die einzige Möglichkeit, dieses zu schaffen. Die Träumereien der Politiker und damit einiger Menschen, dass wir ganz Bald mit eFuels oder Wasserstoff die Autos betreiben, ist unrealistische Zukunftsmalerei.

Dann kommt 2022. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine bringt binnen kurzer Zeit die Preise in einen „Höhenflug“ (würden alle realen Kosten von CO2 Schäden in der CO2 Steuer korrekt berücksichtigt werden, wäre der Preis für eine Tonne CO2 bei mind. 180 Euro, nicht den derzeitigen 25 Euro/t mit der Ansage, dass diese in den nächsten Jahren auf 55 Euro/t steigen). Da Russland die Lieferung von Erdgas erst reduziert und nun ganz eingestellt hat, hat dieses den Preis von Erdgas innerhalb kurzer Zeit massiv steigen lassen. Dieses ist natürlich problematisch, schließlich wird in Deutschland noch immer (obwohl wir schon lange viel weiter beim Wechsel auf Regenerative Heizstoffe sein müssten) zu viel Erdgas für die Erzeugung von Wärme genutzt. Ein Großteil der Heizungen in Deutschland wird noch immer mit Öl oder Erdgas betrieben. Erdgas wird somit in Häusern verbrannt, um Wärme zu erzeugen. Natürlich geschieht dieses auch im großen Stil in Gaskraftwerken, die Strom und (Fern)Wärme erzeugen. Auch die Stadtwerke Kiel rühmen sich, dass sie seit ein paar Jahren ein „hochmodernes Gaskraftwerk“ betreiben.
Lassen wir ersmal die Großabnahmer in Fabriken (Metallhütten, Werkzeugherstellung, Metallteileherstellung, Papier- und Pappenproduktion, Chemieproduktion usw.) außen vor. Hier kommt Gas als Mittel zur Erhitzung und Verarbeitung zum Zuge. Diese Großverbraucher und -abnehmer werden mit Zählern und tagesaktuellen Preisen (teils auch länger gültigen Gaspreisen) versorgt.
In meiner Betrachtung geht es ersteinmal um den Privathaushalt. Die Wohnung mit einer Gastherme in der Wohnung, das Haus mit einer Gasheizung im Keller, der Privatverbraucher. Also der, der sich die letzten x Jahre über sehr billige Preise für den fossilen Rohstoff Erdgas hat freuen können. Lange waren die Preise sehr gering für die kWh Energie, die er für die Erzeugung von Wärme und Heißwasser benötigt hat. Die schon seit vielen Jahren prognostizierten Preissteigerungen und natürlich die unabwindbare und zwingende Abkehr von fossilem Brennstoff konnte er ja ignorieren. Das wird ja erst in vielen Jahren nötig sein. Und das Ahrtal war nur eine Ausnahme, ein Jahr später redet man ja quasi nicht mehr über diese Katastrophe. Und die seit Jahren immer extremer werdenden Sommer (lange Hitze und Trockenheit, Dürre) sind ja auch nur mal eine Ausnahme. Das passiert ja mal. Man braucht sich ja keine Gedanken darüber machen, dass fossile Brennstoffe katastrophal für die nötigen Klimaziele sind. Der Ausstoß von CO2 muss unbedingt dringend reduziert werden. Aber das hat ja noch Zeit. Wäre das dringend, würde ja Berlin dieses angehen. Es kann also bleiben, wie es ist. Billiger Sprit für die Autos, billiges Gas oder Öl für die Heizungen. Alles ist gut, alles bleibt billig. Und man kann sich (s)einen SUV kaufen, teure Autofelgen und Innenausstattung kaufen und mit diesem schön zum Kindergarten fahren. Billiger Sprit sei Dank.
Jetzt sind allerdings binnen kürzester Zeit die Gaspreise massiv angestiegen. Gaslieferanten müssen auf Grund fehlender Lieferungen aus Russland auf dem Weltmarkt Ersatz beschaffen, dieses dann zu deutlich gestiegenen (teils vervielfachte) Kosten. Diese Kosten haben schon einige Unternehmen in existenzielle Not gebracht. Uniper gehört hier wohl zu den bekanntesten Unternehmen. Der Staat hat nun schon für 30 Mrd. Euro das Unternehmen übernommen, um eine Insolvenz zu vermeiden. 30 Milliarden Euro! Einfach nur die Übernahme ohne die noch folgenden Kosten für die nächsten Wochen, Monate, Jahre zur Ersatzbeschaffung des Gases. Da werden auch noch viele, viele Milliarden zukommen.
Stadtwerke und Gaslieferanten müssen also die hohen Preise an die Kunden weitergeben. Und der Kunde bekommt nun die gleiche Menge Gas, die er die letzten Jahren durchschnittlich auch bezogen hat, für einen deutlich höheren Preis. Dieses sind häufig viele Euro, mitunter einige hundert Euro mehr pro Monat.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten, mit dieser Steigerung umzugehen. Einen Teil der höheren Preise kann sicher jeder durch Reduzierung des Gasverbrauchs schaffen. Einfach mal etwas die Temperatur reduzieren und einen Pullover anziehen. Oder beim Duschen nicht mehr alle 7 Arien bei heißem Wasser Durchsingen sondern kürzer Duschen, vll. ein, zwei Grad weniger Wassertemperatur.
Natürlich bringt das nur einen (kleinen) Teil Ersparnis, das ist vollkommen klar. Es wird also so oder so teurer werden, Gas zum Heizen zu nutzen. Dass dieses schon viele Jahre bekannt ist, ist erstmal nebensächlich. Der Preissprung ist massiv und sehr spontan. Blickt man nun in die kommenden Jahre muss dieser Preis auch noch deutlich steigen. Nur so wird sich in Deutschland eine Abkehr von fossilen Brennstoffen „erzwingen“ lassen. Wer hat denn (sofern es als Besitzer der Therme, Hausbesitzer usw.) in den vergangenen Jahren eine Überlegung angestellt, über Alternativen nachzudenken? Wer hat überlegt, inwiefern er seine Gasheizung im Eigenheim rauswerfen und auf Erneuerbare Quellen wie Wärmepumpe oder ähnliches zu setzen? Wer hat denn in den letzten 10-20 Jahren Solarthermie auf sein Dach gebaut, um die Heizung zu unterstützen und den Gasbedarf zu reduzieren? Wer hat denn Geld investiert, um sein Haus zu dämmen? Wer hat sich die Mühe gemacht, ein Heizkonzept mit z.B. Kopplung von PV und einer Heizpatrone zur Nutzung von Überschuss-Strom zu erstellen und dieses umzusetzen?
Das waren alles nur Menschen, die freiwillig teils viel eigenes Geld „in die Zukunft“ (meist nur bedingt wirtschaftlich auf Grund der viel zu geringen Kosten für fossile Brennstoffe) investiert haben und damit ihren eigenen CO2 Fußabdruck reduzieren wollten, Vorreiter, „Ökos“ oder „Spinner“. Oder sie waren halt schlau. Nicht nur, weil sie damit einen Teil für den dringend nötigen Wandel geleistet haben. Nein, sie haben möglicherweise wissend ob der Problematik der fossilen Rohstoffe und der Abhängigkeit von Lieferanten etwas machen wollen.
Die komplett „Verrückten“ haben in den letzten Jahren eine PV Anlage auf das Dach gesetzt, ihr Haus energetisch saniert und vielleicht sogar die Heizungsart von Öl und Gas gewechselt. Pelletheizungen, Holzvergaserheizungen oder Wärmepumpen gibt es seit vielen Jahren auf dem Markt. Und oftmals ist ein Tausch von Öl und Gas auf diese möglich. Die Diskussion über „in Altbauten geht das gar nicht“, „lohnt nicht“, „viel zu teuer“ sollte man mal außen vor lassen. Oftmals ist auch ein „Altbau“ aus den 60er Jahren mit einer Wärmepumpe ohne Probleme oder große Umbauten beheizbar. Nur haben viele Heizungsbauer entweder keine Ahnung oder gar kein Interesse. Die kennen ihre Gasthermen, die wollen ihre Gasthermen weiter verbauen. Wärmepumpen sind „neumodischer Quatsch und funktionieren gar nicht richtig“.

Somit gibt es nun das „Problem“, dass sehr hohe Heizkosten auf Verbraucher zukommen, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind. Diese Preissteigerung und die seit Monaten hochgegangene Inflation sorgt für großen Preisdruck der Verbraucher. Geld ist sehr knapp geworden, es muss überall mehr gezahlt werden. Das bringt also alle Menschen in diesem Land gleichermaßen in „Bedrängnis“. Alle müssen mit gestiegenen Preisen überall gleichermaßen zurecht kommen. Jeder muss im Laden mehr für seine Lebensmittel zahlen, jeder muss mehr im Restaurant zahlen, jeder muss mehr für Urlaub zahlen. Alle. Alle gleichermaßen. Jeder hier in Deutschland hat somit höhere Ausgaben für sein „Leben“ jedoch gleichbleibende Einnahmen. Folglich muss gespart werden. Gut, die paar Ausnahmen, denen Geld recht egal sein kann, zählen nicht.
Jetzt überlegen die Politiker in Berlin seit Monaten, wie sie die Bürger entlasten können. Im Sommer kam dann der absolut falsche Ansatz, eine Benzinpreisbremse. Schon vorher sagten viele voraus, dass die von Berlin „gezahlten“ Entlastungen an der Tankstelle nur ein Bruchteil (oder auch gar nichts) ankommen wird. Trotzdem wurde das gemacht. Natürlich. Schließlich ist der Autofahrer in diesem Land ein wichtiger Wähler für die nächste Wahl. Ob es nun sinnvoll ist oder nicht, man macht es. Der Wähler muss beruhigt werden, der Autofahrer muss zumindest das Gefühl haben, dass sich Berlin um ihn kümmert.
Diese Förderung der Autofahrer ist in vielerlei komplett kontraproduktiv zu den dringenden Zielen, den Ausstoß von CO2 zu verringern und en persönlichen Individualverkahr mit PKZ zu reduzieren. Weiterhin kommt diese „Entlastung“ nicht denen zu Gute, die es bräuchten. Viele können (oder wollen) sich gar nicht den Luxus eines eigenen PKW leisten. Von den Steuermilliarden, die die „Bürger“ Autofahrer entlasten, kommt annähernd nichts bei ihnen an. Es blieb wieder bei der Förderung und Unterstützung derer, die sich eh ein Auto leisten können. Und natürlich den Ölfirmen in diesem Land. Dass sich die Ölmultis lachend die Schenkel geklopft haben, kann man wohl erwarten. Milliarden Mehreinnahmen und Gewinne durch eh schon hohe Preise werden dann auch noch mit weiteren Milliarden aus der Steuerkasse unterstützt. Ein Doppemwumms in deren Kassen. Aus der Steuerkasse fehlgeleitet und völlig falsch genutzt.
Berlin hätte diese Milliarden sinnvoller zur Entlastung nutzen können. Hätte. Aber dann wäre das ja überall angekommen und nicht die wichtigen Wählerstimmen der Autofahrer eingesammelt worden….

Also kommen wir nun zur schon monatelang vorgeschlagenen „Gaspreisbremse“. Aktuell (Anfang Oktober) ist noch nicht klar, wie diese aussehen könnte. Sollte diese jedoch, wie es nach aktueller Gerüchtelage leider zu befürchten ist, tatsächlich als „Gas“preisbremse kommen, dann ist in diesem Jahr der zweite große Fehler aus Berlin zu erkennen. Es würde sorgen, dass weiterhin fossile Brennstoffe (in diesem Fall Erdgas) weiterhin massiv verbrannt wird und wenig(er) eingespart wird, als es nötig und sinnvoll wäre. Die Bundesnetzagentur bemängelt schon seit Wochen, dass die deutschen Privathaushalte nicht ausreichend einsparen. Wir haben ja eine „Energiekrise“ und alle müssten sparen.
Grundsätzich wäre das wohl sicher ein Ansatz. Alle sollten sparen. Aber wieso? Schließlich möchte Berlin nach derzeitigem Stand die Gasverbraucher mit 200 Milliarden Euro aus der Steuerkasse entlasten. Wie dieses Geld verteilt werden soll zwischen privaten Haushalten und Großerbrauchern, ist aktuell unklar. Noch viel unklarer ist, wer die 200 Milliarden Euro zahlen soll. Korrektur, das ist natürlich klar. ALLE. ALLE in diesem Land werden dieses zahlen dürfen. Diese 200 Mrd. Steuergelder werden für die genutzt, die Gas verbrauchen und gleichzeitig CO2 freisetzen.
Nehmen wir einmal nur die Privathaushalte, die direkt durch die eigene Gasheizung oder indirekt durch z.B. ein Gaskraftwerk über Fernwärme mit Wärme versorgt werden. Diese sollen nun in irgendeiner Art und Weise entlastet werden. Wozu also wirklich sparen? Ja, es wird wohl teurer. Aber aus Berlin wird aktuell angekündigt, dass es eine Entlastung geben wird. Der Anreiz zum Sparen ist somit nicht sonderlich groß. Und was ist mit all denen, die schon seit Jahren gar nicht mit Gas heizen, weil die viel eigenes Geld investiert haben, um von Gas weg zu kommen? Die vielleicht lange gespart haben, auf einen Urlaub verzichtet haben, um die Gas- oder Ölheizung rauszuwerfen und eine Wärmepumpe angeschafft haben? Oder die, die vor Jahren neu gebaut haben und sich gleich richtig gegen fossile Rohstoffe entschieden haben? Genau die werden aktuell bei der Planung der Entlastung nicht berücksichtigt. Die haben ihr eigenes Geld investiert und Abstriche hingenommen, um kein Gas zu nutzen. Trotzdem haben die genau die gleichen Preise beim Einkaufen zu zahlen. Auch sie müssen für viele Dinge im Leben deutlich mehr zahlen, nur halt nicht für Gas. Und all diese Menschen sollen (und werden wohl müssen) für den Gasverbrauch anderer zahlen.
Das kann absolut nicht richtig sein. Das ist, wieder einmal, ein absolut falscher Ansatz. Wenn Berlin die 200 Mrd. Euro schon nutzen will um Entlastungen zu schaffen, dann sollte das bitte sinnvoll genutzt werden. Nicht in eine kontraproduktive Gaspreisbremse investiert und wortwörtlich verbrannt werden.

Sollte man nun einmal eine Idee auf den Weg bringen, die für alle Menschen eine Entlastung schafft und gleichberechtigt für alle wirkt? JA! Wenn, dann ist nur das für alle fair. Alle zahlen Steuern (nunja, sollten es zumindest). Dann soll dieses Geld auch für alle ausgegeben werden.
Eine Idee wäre beispielsweise, dass man eine Einmalzahlung für alle in diesem Land leistet. Nehmen wir einfach mal 50 Milliarden Euro (1/4 der geplanten Summe von 200 Mrd.), die wir auf die Bürger in diesem Land verteilen. Nach letzter aktueller Zählung leben rund 84 Millionen Menschen in Deutschland. Würde man also ein „Kopf“geld auszahlen, also für JEDEN die gleiche Summe, ergäbe dieses rund 595 Euro PRO Kopf. Egal, ob Kleinkind, Erwachsener, Rentner. JEDER bekäme knapp 600 Euro ausgezahlt.
Diese Summe könnte also jeder eigenständigt nutzen, um damit entweder Gas zu verbrennen, ohne sich zu ändern, ohne zu sparen, einfach wie immer. Aber gleichzeitig kriegt auch JEDER, der KEIN Gas verbrennt sondern ohne fossile Brennstoffe auskommt, diese Summe. Damit kann er also seine Anschaffungskosten für alternative Heizmöglichkeiten reduzieren bzw. die getätigten Anschaffungskosten reduzieren und früher wirtschaftlich werden. JEDER kann also selber entscheiden, wie er das Geld nutzt. Spart er sich einfach mal ein paar kWh Gas ein, weil er tatsächlich die Temperatur reduziert und weniger heizt, bleibt von der Summe mehr übrigt. Und gleichzeitig wird weniger Gas verbraucht und damit weniger CO2 freigesetzt. Also ein Doppelwumms.
Gleichzeitig ist durch das „Kopf“geld (also einer Summe pro Kopf) auch die Familie mit Kindern versorgt. Auch für diese gibt es das Geld. Wird für ein Kleinkind mehr geheizt, ist dieses mit der Summe gut abgedeckt. Es entsteht keine Mehrbelastung für Familien mit Kleinkindern, im Gegenteil. Sie werden fair entlastet.

Leider ist zu befürchten, dass wir in diesem Land derart faire und sinnolle Investition von Steuergeldern wohl nicht erleben werden. Eine Summe zur Auszahlung statt einer Gaspreisdeckelung ist zwar von einigen Politikern ebenfalls in Spiel gebracht, wird aber wohl nicht zum Zuge kommen. Stattdessen werden wir den Doppemwumms Gaspreisdeckel erleben. Der Doppelwumms schlägt also sowohl in die Gleichberechtigung in diesem Land als auch in die dringend nötige CO2 Reduzierung……..

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